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Lenni

Anfänger

  • »Lenni« ist männlich
  • »Lenni« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 35

Zwangssymptome: Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Magisches Denken

Medikament / Dosis: 80mg Fluoxetin, 200mg Quetiapin, 2mg Lorazepam

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Hamburg

Hobbys: Musik, Sport

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1

Montag, 28. November 2011, 07:35

Kommentar

Hallo,

Da der Thread geschlossen wurde, muss ich hier noch etwas über Molly und ihre letzte Diskussion äußern. Ich habe seit meinem 12. Lebensjahr starke Zwänge und war seitdem 4 mal stationär(insgesamt über zwei Jahre) in Behandlung, ambulant schon bei diversen Psychiatern, Psychologen,Verhaltens und Hypnose-therapeuten. Habe seitdem verschiedenste Psychopharmaka (Antidepressiva,Neuroleptika,Benzodiazepine), aus der Verzweiflung heraus meist eigenmächtig höchst dosiert, ausprobiert, und mache das auch noch aktuell so. Trotz aller Bemühungen kann ich aber genau wie bei Molly nur feststellen, dass mir die ganze Chose nicht viel geholfen hat, es wurde sogar immer schlimmer.

Die aktuellen Medikamente helfen mir auch nicht großartig weiter, will aber auch nicht wissen wie´s mir ohne gehen würde. Molly, ich bin auch schon länger auch völlig verzweifelt und total ausgelutscht, habe mich fast komplett zurückgezogen und komme auch aus einer sehr verständnislosen Familie. Große Hoffnungen oder Erwartungen, dieser Zustand würde sich jemals verbessern, habe ich auch nicht mehr, hoffe zumindest, dass es sich nicht noch weiter verschlimmert. Was mir aber wichtig ist, ist die Erkenntnis, dass Du (Molly) und ich nur zwei Beispiele sind, bei denen das alles nichts oder noch nichts gebracht hat, und oder die schwere der Krankheit einfach zu stark ist.

Es gibt genug Fälle die zeigen, dass man durch verschiedenste Therapien oder Medikamente gut dagegen angehen kann, und je früher man damit anfängt, desto höher sind die Chancen der Besserung, denn das man irgendwann zu tief in der Materie drinsteckt, und der Zug dann abgefahren ist, glaube ich sehr wohl und haben mir auch meine Psychiater/Psychologen erzählt. Außerdem wurde mir gesagt das Zwänge nie zu 100% zu beheben sind, es aber möglich ist die Symptome zu verringern, oder sie nicht weiter ausarten zu lassen. Das Molly aus den verschiedensten Gründen für sich keinen Sinn mehr in einer Behandlung sieht, sollte man respektieren, aber man muss es nicht verstehen und auf keinen Fall davon ausgehen, es könnte bei einem auch nichts bringen.

Bei schwierigen Fällen ist es aber auch wichtig sich trotzdem weiter behandeln zu lassen, um einfach jemanden im Rücken zu haben, und damit meine ich nicht nur um sich Tabletten verschreiben zu lassen, sondern auch immer am Ball zu bleiben und Strategien entwickelt, um das Leben mit dem Zwang irgendwie erträglicher zu machen. Ich war die letzen 2 Jahre auch nur beim Psychiater um mir regelmäßig Tabletten verschreiben zu lassen, weil mein langjähriger Psychiater in Rente ging und mein Verhaltenstherapeut mich nach 6 Jahren vor die Tür setzte, da er nichts mehr machen könne. Ich hatte danach auch keine Kraft noch die Motivation wieder mit anderen Therapeuten neu was anzufangen, und musste erstmal mit dem Begriff "Austherapiert" klar kommen.

Seit Anfang November habe ich aber wieder einen neuen Psychiater und eine neue Verhaltenstherapeutin, weil ich keinen Stillstand meiner Behandlung mehr dulden wollte, und, wenn ich diese Krankheit mein ganzes Leben lang sehr ausgeprägt haben sollte, dann brauch ich trotzdem professionelle Hilfe, um dies so gut es geht zu bewältigen. Und ohne Unterstützung würde ich sonst gar nicht voraus schauen wollen und stattdessen womöglich irgendwann einen Schlussstrich ziehen.

Therapie kann auf jeden Fall helfen und ist sinnvoll.

Sorry, hab versucht mich kurz zu fassen, aber das ist glaub ich ein wichtiges Thema.

Mfg Lenni

2

Montag, 28. November 2011, 10:12

Hi Lenni

finde es sehr gut und wesentlich, was du geschrieben hast.

Alles Gute, Hermit.

PS: Hast du auch alternative Methoden wie zB Bachblüten/Homöopathie ausprobiert?
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Lenni

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3

Montag, 28. November 2011, 17:55

Auf diesem Gebiet hatte ich noch keine Erfahrungen. Habe das auch schon mal in Erwägung gezogen, meine Therapeuten und auch andere Patienten(mit alternativ medizinischer Erfahrung) hielten davon aber nichts, und Psychiater meinen ja, dass es aus wissenschaftlicher Sicht völlig unplausibel ist, da ohne bewiesene medizinische Wirksamkeit.

Außerdem bin ich wie geschildert seit längerer Zeit auf der Pharma-Schiene(fühle mich manchmal schon wie ein Chemiebaukasten), und kann da auch keine großartigen Fortschritte bestätigen, deshalb denke ich aber auch, dass alternative Verfahren erst recht keine Verbesserung bewirken. Lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen. Gibt es denn wirklich bestätigte positive Rückmeldungen?

Viele Grüsse Lenni

4

Montag, 28. November 2011, 19:24

Vorm Placeboeffekt sind selbst schulmedizinische Medikamente nicht gefeit ;)

Es gibt interessante Studien zu Alupathie, wo das Placebo fast dieselbe Wirkung hatte, wie das echte Mittel (zB bei manchen Antidepressiva).

Das Problem in Deutschland ist die Macht der Pharmalobby, deshalb wird es schwer sein, eine Studie zu finden bzw. es wird oft gar nicht dauerhaft getestet, ob Homöopathie zB nicht doch helfen könnte.

Ich selbst werde seit Jahren homöopathisch behandelt und kann definitiv sagen, dass es hilft.
Als Jugendliche habe ich einige Zeit ein Neuroleptikum genommen (die Entzugserscheinungen beim Ausschleichen waren ziemlich grausig und ohne den Therapeuteninder Klinik damals hät ichs wohl lieber weiter genommen; Dauerkopfschmerz durch Entzug, hat ne Weile gedauert, bis die weg gingen).

Parallel dazu habe ich immer Homöopathie (Hochpotenzen ab XM, meist aber eher LM und seltener CM - beim Zwang und bei Angst, je nach Ausprägung C 200, XM, LM, selten CM) und mit Unterbrechungen Bachblüten genommen. Eine schwere, psychische Erkrankung bekommt man nicht mit D-Potenzen weg, da wird im Zweifel überhaupt keine Wirkung eintreten (die Ärzte, die ich kenne, verordnen immer nur D und meist Komplexmittel).

Meistens hängt Zwang und Angst zusammen und grade bei der Angst ist der positive Effekt von Homöopathie/Rescuetropfengut und mitunter schneller zu merken als beim Zwang.

Auch die Homöopathie kann nicht innerhalb kürzester Zeit Wunder vollbringen, langfristig betrachtet, kann sie jedoch unterstützen, begleiten, stabilisieren und Fortschritte erzielen. Leider brechen viele vorher wieder ab, eben auch deshalb, weil in Deutschland Homöopathie nicht anerkannt ist und richtige Homöopathen meist Heilpraktiker sind, die die Krankenkassen nicht bezahlen.
Es gibt zwar inzwischen einige Ärzte, die Homöopathie als Behandlungsfeld mit angeben, doch deren Behandlungsmethoden sind, verglichen mit denen echter Homöopathen, die nach Hahnemann, Boericke behandeln, ein "Witz" und können gar nicht helfen, da die Ärzte meist nur Komplexmittel (mehrere Mittel vermischt) und zu niedrige Potenzen verordnen. Außerdem verordnen sie oft zu schematisch und nehmen sich zu wenig Zeit für den Patienten.Ich vermute, auch die Homöopathieausbildung der Ärzte hier ist viel kürzer und oberflächlicher als jene der Homöopathen, die eine mehrjährige Ausbildung an einem Institut für Homöopathie gemacht haben.

Im Grunde kann man nix verlieren, wenn man Bachblüten/Homöopathie versucht (außer bei Fehldosierung ,zB wiederholte Gaben der M-Potenz).

Man muss einen Homöopathen finden, der mutig genug ist, einen psychisch Kranken zu behandeln.
Dann besteht eine reale Chance, dass es hilft und anders als Alupathie hat Homöopathie keine körperlichen Nebenwirkungen, Homöopathie vergiftet einen zB auch nicht, so wie die Chemiesachen.
Merkwürdigerweise trauen Homöopathen sich das teils auch nicht, dabei ist ein Zwang an sich nicht lebensbedrohlich, so wie es eine akute/schwere körperliche Erkrankung wäre.

Zum Aspekt, Alupathie hilft kaum bis gar nicht, also kann Homöopathie auch nicht helfen,muss ich sagen, dass man es nicht direkt vergleichen kann, da es anders wirkt und man anders herangeht.
Die Homöopathie hat den Ansatz, Gleiches mit Gleichem heilen, das bedeutet, ein Mittel, dass bei einem gesunden Menschen den gestörten/Krankheitseffekt auslöst, ist in der Lage, beim erkrankten Menschen eben jene Störung wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Um mal ein Beispiel zu bringen, das rein körperlich war:

Mein Bruder und ich hatten als Kinder oft Scharlach,jedes mal sollten wir dann Penecillin nehmen, meist sogar gleich prophlyaktisch mit, wenn nur ein Geschwister krank war. Trotzdem haben wir immer wieder Scharlach bekommen, bis zu dem Moment, wo wir homöopathisch gegen Scharlach behandelt wurden, danach hatten wir nie wieder Scharlach bekommen.


Hoffe, das war jetzt nicht zu verworren.

Viele Grüße, Hermit.
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5

Dienstag, 29. November 2011, 08:58

Danke für die Informationen!

Werde mich mal im Netz ein bisschen erkundigen und meine neue Therapeutin um Rat bitten, denn wie Du auch schreibst, kann ein Versuch eigentlich nicht schaden.

Das manche Antidepressiva kaum besser wirken als Placebos habe ich auch schon oft gehört. Habe kürzlich erst gelesen, dass gerade die Wirksamkeit von Fluoxetin(in den USA als Glückspille bezeichnet) schon längere Zeit ziemlich umstritten ist.

Da ich genau dieses Medikament schon lange einnehme, hat mich der Bericht nicht gerade begeistert.


Gruß Lenni