Sie sind nicht angemeldet.

Sonstiges: Zukunft

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

21

Sonntag, 12. Februar 2012, 03:04

Hm, na ich weiß nicht. Natürlich haben wir hier alle ähnliche Probleme, aber ich weigere mich zu akzeptieren, dass das jetzt immer so bleiben muss. Ich WILL etwas ändern, weil es mir so nicht gut geht und es HAT sich auch schon was geändert, weil ich den Mut hatte mich zu öffnen, eine Therapie anzufangen, mich mit meinem Zwang auseinanderzusetzen. Es ist nicht immer leicht - das ist es bei schwerwiegenden körperlichen oder psychischen Krankheiten nie - aber wenn man den Status Quo hin nimmt, kann sich nichts ändern. Ich weiß selbst, das auch bei mir nicht alles wie früher wird, als ich noch keine Zwänge hatte, aber ich will unbedingt für mich etwas tun, um auf einen Level zu kommen, in dem ich besser damit umgehen kann. Bei mir haben schon kleine Sachen viel bewirkt - gut ich habe "erst" seit 3, 4 Jahren Probleme damit - und auch kleine Erfolge steigern die Lebensqualität wieder ungemein. Ist das falsch? Ich war selbst lange zu Hause und das hat meine Zwänge so dermaßen gesteigert, dass ich kaum noch das Haus verlassen habe. Jetzt habe ich einen Job, bin noch nie zu spät gekommen, es geht endlich wieder bergauf. Aber nur, weil ich auch darum gekämpft habe. Das ist nicht leicht, aber das ist es wert.

22

Montag, 13. Februar 2012, 22:41

Zitat

auch kleine Erfolge steigern die Lebensqualität wieder ungemein


Das sehe ich ebenso und das ist ein sehr wesentlicher Aspekt.

Trotzdem finde ich den Tenor, "wer chronisch krank ist/bleibt, hat sich nur nicht genug bemüht, nicht genug getan" unfair und unangemessen.

Es gibt so viele verschiedene Fakoren, die darüber entscheiden, was alles noch oder wieder möglich ist oder eben nicht, daß niemand es im Vornheirein abschätzen kann, ebenso wenig, wie gesagt werden kann, jemand, dem es nicht gelingt zum Großteil zurück in ein Leben zu finden, das als normal angesehen wird, hat sich nur nicht genug bemüht und nicht genug dafür getan.

Es kommt immer darauf an, wie tief der persönliche Lebensabgrund war und daran kann man sehen, wie weit man gekommen ist und was man noch geschafft hat. Nicht daran, wie gut man das Leben der Normalen lebt ... denn dann liegt oftmals kein solcher Totalrausfall aus der gesellschaftlichen Norm vor, wie bei denen, die den Weg zurück nicht mehr bewältigen.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

23

Dienstag, 14. Februar 2012, 20:24

Hey, na ich wollte hier doch niemanden angreifen.
Und mir den Tenor "wer chronisch krank ist/bleibt, hat sich nur nicht genug bemüht, nicht genug getan" zu unterstellen finde ich nicht ok. Ich bemühe mich ja auch, und hab meine Problme ja auch immer noch.
Damit es ganz deutlich wird: Ich finde nur, dass man mal einen guten Tag hat oder eine Chance etc. sollte man versuchen sie zu ergreifen. Schließlich haben wir oft genug ziemlich harte Tage. Guck mal, wie alle anderen hier kämpfen, damit es wieder etwas besser geht - das find ich sehr wichtig, das macht mir Mut. Und ich hab bestimmt nicht "das Leben der Normalen" gemeint - sondern nur einen Weg, auf dem man mit sich selbst (besser) zurecht kommt.

24

Freitag, 17. Februar 2012, 16:02

Kann man denn irgendwann wieder "zwangsfrei" leben? Gibt es solche Fälle?
Ich habe keine Hoffnung mehr :prust:
Mein Leben wird nur noch vom Zwang bestimmt...
Jetzt scheitert auch meine Ehe durch den Zwang. Ich stehe vor der Trennung.
Habe oft Selbstmordgedanken weil das/mein Leben nicht mehr lebenswert ist...

25

Freitag, 17. Februar 2012, 19:43

Hi Selmi :)

Wie gesagt, es kommt immer auf den Einzelfall und die Umstände an und es gibt immer auch Unterschiede in der Schwere der Krankheit/Symptomatik.

Man kann es weder für einen anderen wissen, noch für sich selbst im Vorfeld. Letztendlich zeigt nur die Zeit und das Leben selbst, wie es sein wird und je nachdem, wie man selbst mit Situationen umgeht, kann sich das Leben in diese oder jene Richtung weiterentwickeln.

Unter 5 Jahren Erkrankung sind noch viele Möglichkeiten offen, wenn man erstmal 10, 15, 20 Jahre krank ist und es chronisch geworden ist, stehen einem etliche Möglichkeiten nicht mehr zur Verfügung, aus dem einfachen Grund, weil man zB zig Jahre damit zugebrahct hat, zu versuchen, gesund zu werden oder zumindest gesünder, während andere ihre Jugend- und junge Erwachsenenzeit hatten, eine Ausbildung abschließen konnten, sich einen Beruf suchen, eine Familie gründen ...

Ich denke, dass es durchaus möglich ist, sein Leben wieder selbst und freier zu gestalten, aber eben nicht unbedingt innerhalb der gängigen Lebensvorstellungen (Ausbildung, Beruf, Karriere, Familie gründen, etc.)

Das Schwierige ist oft, sich von den gängigen Vorstellungen zu lösen, wieder einen Lebenssinn zu finden und ihn sich selbst zu geben. Das kann ziemlich anstefend und langwierig sein, das kann man jedoch wirklich schaffen, auch und trotz chronischer Erkrankung.

Viele Grüße, Hermit.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

Hope

Administrator

  • »Hope« ist weiblich

Beiträge: 1 247

Aktueller Therapie-Status: War erfolgreich in Therapie

Status: Betroffene/r

Hobbys: Meine Tiere,Reiten,Kutschefahren ,Fotografie

  • Nachricht senden

26

Samstag, 18. Februar 2012, 13:24

Ja man kann die Zwänge auf ein Minimum reduzieren und dann auch Zwangfrei werden und das auch nach über 30 Jahren Zwang, ich bin noch nicht ganz am Ende angekommen aber auf dem besten Weg dahin und ja es ist möglich ihn zu besiegen, auch wenn es ein langer, schwerer Weg ist.
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

27

Samstag, 18. Februar 2012, 16:35

Zitat

Original von Selmi
Jetzt scheitert auch meine Ehe durch den Zwang. Ich stehe vor der Trennung.
Habe oft Selbstmordgedanken weil das/mein Leben nicht mehr lebenswert ist...


Hallo Selmi,

Deine Mann ist aber eine ar.chlo.h das dich einfach so im sticht leasst sich Trennt...

28

Samstag, 18. Februar 2012, 20:11

Hallo Hermit, Hallo Hope

danke für eure mutzusprechenden Worte...
Ich hoffe sehr, dass ich es auch irgendwann einmal schaffe, die Zwänge auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

@ Amoc : Nein mein Mann ist kein Arschloch. Eher im Gegenteil, er hat viel für mich getan. Aber ich kann ihn auch sehr gut verstehen, dass er einfach keine Kraft mehr aufbringen kann.

melly

Schüler

  • »melly« ist weiblich

Beiträge: 53

Zwangssymptome: Grübelzwänge/Ordnungszwänge/Schreibzwänge/Kontrollzwänge

Aktueller Therapie-Status: Warte auf Zusage für Therapieplatz

Status: Betroffene/r

Wohnort: Ahrensburg

Beruf: Verkäuferin

Hobbys: Tanzen

  • Nachricht senden

29

Mittwoch, 22. Februar 2012, 23:25

Hi Selmi!!!Ich weiß auch nicht,ob man irgendwann einmal zwangsfrei leben kann!!!Ich würde mir das so sehr wünschen,aber ich glaube da irgendwie nicht so richtig dran!!!Ich habe die Zwänge schon seit über 20 Jahren und Hoffnung-Zukunft,was ist das?????Ich frage mich jeden Morgen,ob ich überhaupt noch aufstehen soll oder nicht???Für wen und für was????Ich habe keinen Lebensmut und keine Motivation und ich frage mich,was soll ich überhaupt noch auf dieser Welt????Ich habe auf der Arbeit keinen Spaß mehr,zu Hause nicht,bin immer alleine!!Besuch bekomme ich sowieso nie,weil ich durch meine Zwänge so kompliziert bin!!!Ich habe das Gefühl,ich werde nirgendwo mehr gebraucht und keiner hat mich wirklich lieb!!!So fühle ich mich!!Freitag habe ich ein Vorgespräch in einer Tagesklinik,.....stehe auf einer Warteliste für Verhaltenstherapie(über 1Jahr Wartezeit)!!!Ich weiß auch nicht????Ich frage mich,werde ich irgendwann aus diesen Depressionen herauskommen???LG Melly!!!!!

30

Donnerstag, 23. Februar 2012, 11:26

Hallo melly,

ich habe auch keine Hoffnung mehr :(
Habe auch schon an die 15 Jahre Zwänge, zwar nicht immer so schlimm wie momentan aber sie waren eigentlich irgendwie schon immer da.
Ich kann nur dabei zu sehen wie mein Leben den Bach runter geht...
Es ist ja nicht so, dass ich nichts dagegen tue. Mache schon seit meinem 18 Lj.Therapie und nehme nun wieder Medikamente.
Du hast wenigstens Arbeit melly...als ich gearbeitet habe, ging es mir irgendwie besser.
Seit ich die letzten 2 Jahre Zuhause bin und geheiratet habe, haben sich die Zwänge rapide gesteigert.
Durch die Arbeit war ich doch mehr abgelenkt und hatte nicht viel Zeit für die Zwänge.

Nimmst du Medikamente? Du hast aber auch noch keine Therapie gemacht oder? Warte mal ab, vielleicht hilft dir ja die Therapie.
Drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass du so schnell wie möglich einen Therapieplatz findest. Ich weiß wie schwierig das ist...

31

Donnerstag, 23. Februar 2012, 17:02

Hi melly, hi Selmi

kann euch beide gut verstehen, auch das hier:

Zitat

Ich kann nur dabei zu sehen wie mein Leben den Bach runter geht...


Zitat

Ich frage mich jeden Morgen,ob ich überhaupt noch aufstehen soll oder nicht???Für wen und für was????Ich habe keinen Lebensmut und keine Motivation und ich frage mich,was soll ich überhaupt noch auf dieser Welt????Ich habe auf der Arbeit keinen Spaß mehr,zu Hause nicht,bin immer alleine!!Besuch bekomme ich sowieso nie,weil ich durch meine Zwänge so kompliziert bin!!!Ich habe das Gefühl,ich werde nirgendwo mehr gebraucht und keiner hat mich wirklich lieb!!!


Wesentlich ist, sich selbst trotzdem eine Daseinsberechtigung zu geben und einen Sinn. Man hofft immer, dass es sich bessert, dass das Leben normaler wird. Gelingt nicht immer, trotz Bemühungen.
Deshalb ist es wichtig, ausgehend von der Ist-Situation etwas neues zu finden.

Es gibt heute so viele Möglichkeiten, auch durchs Inet und digitale Zeitalter!

Jeder Mensch hat doch Interessen, Dinge, die man mag, interessant und faszinierend findet. Sucht euch ein Hobby, eine persönliche Leidenschaft, die ihr trotz Zwang haben und ausführen könnt, etwas, das ablenkt.

Es gibt Hobbies, die man für sich selbst pflegen kann und es gibt Hobbies, wo man auch soziale, neue Kontakte knüpfen kann. Wenn ihr Probleme mit dem Rausgehen/Realumfeld habt,sucht euch etwas Online, da fallen oft etliche Probleme Weg, zB beim Waschzwang: Kein Putzen nötig, keine Fremden in der Wohnung etc. Außerdem wird online niemand wissen, wie kompliziert ein Zwangskranken-Leben ist. Ihr müßt es niemand sagen und könnt so ohne Vorurteile neue Kontakte knüpfen.

Denkt daran, dass ihr nicht der Zwang seid, auch wenn er viel Raum einnimmt.

Es ist manchmal wirkungsvoller, dem Zwang den Raum zu entziehen, wenn man sich auf Dinge konzentriert, die einen interessieren und faszinieren, als wenn man immer nur in die direkte Konfrontation geht, denn auch das permanente Versuchen, den Zwang zu verringern, bedeutet doch eine starke Beschäftigung mit ihm.

Viele Grüße, Hermit.

PS: Der Frühling rückt näher und es ist endlich wieder heller und die Vögel singen wieder, daran kann man sich auch freuen.
Das Leben als solches ist absolut lebensgefährlich und führt mit 100%iger Wahrscheinlichkeit zum physischen Tod.

Lesen -> Denken -> Schreiben

~T~R~ O - o - O ~ L

melly

Schüler

  • »melly« ist weiblich

Beiträge: 53

Zwangssymptome: Grübelzwänge/Ordnungszwänge/Schreibzwänge/Kontrollzwänge

Aktueller Therapie-Status: Warte auf Zusage für Therapieplatz

Status: Betroffene/r

Wohnort: Ahrensburg

Beruf: Verkäuferin

Hobbys: Tanzen

  • Nachricht senden

32

Donnerstag, 23. Februar 2012, 21:28

Hallo Selmi,Hallo Hermit!!!!Ich freue mich immer sehr,wenn mir jemand antwortet!!Das baut einen wenigstens ein bißchen auf!!!DANKE,DANKE!!!!!Selmi,das stimmt:Ich habe Arbeit und das schon seit über 14 Jahren und das gibt mir zum Glück auch noch Halt im Leben und ich möchte meinen Arbeitsplatz auch nicht verlieren,aber es hat sich leider in Deutschland sehr viel verändert!!Der Druck und Streß wird immer größer und größer,......Ich sitze meistens an der Kasse und ich rede sehr gerne,weil mir an der Kasse das Gefühl gegeben wird:Da ist Leben,da werde ich respektiert,da ist Freude und nun??Jetzt darf ich nicht mehr so viel schnacken,weil meine Kollegen die Arbeit durch mich nicht mehr schaffen(weil ja immer mehr verlangt wird)!!!Jetzt fühle ich mich nicht mehr richtig wohl und ich bin deswegen so frustiert!!!Wenn ich wenigstens ein Leben zu Hause hätte,.....Ich glaube,dann wäre es vielleicht auch nicht so schlimm und man könnte bestimmt besser damit umgehen!!! Mein Arzt hat mir Clomipramin-CT 25 mg verschrieben!!Ich habe diese Tabletten aber noch nicht genommen,weil die mir sehr unheimlich sind!!!Morgen habe ich ja ein Vorgespräch in einer Tagesklinik und dann muß ich mal weitersehen!!!!Stück für Stück,leider immer nur kleine Schritte,bis man denn endlich einen Therapieplatz bekommt!!!! Hermit,das stimmt:Je mehr man sich mit seinen Zwängen beschäftigt,(habe ich das Gefühl),desto schlimmer wird es!!!Bloß,man muß sich ja damit auseinandersetzen,damit es irgendwann vielleicht mal besser wird!!Ich habe es die ganzen Jahre immer nur verdrängt und das ist auch nicht richtig,....Mein großes Hobby ist "Tanzen",aber nicht mal mehr dazu,kann ich mich aufraffen!!!Mich motiviert irgendwie rein gar nichts mehr!!!!!Schön,wenn der Frühling kommt und die Vögel singen,die kann ich mir dann von drinnen anhören!!!Oder,vielleicht schaffe ich das ja mal rauszugehen?????Sorry,vielleicht bringt die Tagesklinik ja was!!!!Du wolltest mich ja auch nur aufbauen,DANKE!!!!!! LG Melly!!!!!!

vflbetty1

unregistriert

33

Dienstag, 6. März 2012, 22:45

:ditsch: Hey, Melly...

Ich habe versucht, Dich zu erreichen, aber momentan bist Du anscheinend nicht in Stimmung. Du hast ein viel zu schlechtes Bild von Dir selbst gezeichnet. Soooo schlimm bist Du gar nicht. Du hast doch erst mal Urlaub, oder??? Da kannst Du versuchen, ein wenig Abstand zu gewinnen. Und was das Alleinesein in Deiner Wohnung angeht: Du hast uns irgendwie das Gefühl gegeben, dass Du mit Besuch nicht so gut klar kommst. Andererseits kannst Du ja mal einen Termin freischaufeln und dann, wenn Du gut vorbereitet bist, ein paar Leute einladen.
Die nächsten Tage bin ich voll ausgelastet (arbeiten in der 23 und in der 54, Heidi hat sich einen gelben Schein geholt), aber Sonntag bin ich eigentlich immer zu erreichen.

LG

Bettina