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Mittwoch, 2. Mai 2012, 16:33

Zwangsstörungen/Zwangsgedanken extrem

Hallo liebes Forum!

Ich leide schon seit gut 3 Jahren an Zwangsstörungen. Momentan sind die Zwangsgedanken/Zwangsstörungen sowas von extrem, dass ich teilweise kurz vorm ausrasten bin. Ich habe Ende Mai meine schriftliche Abschlussprüfung meiner Ausbildung. So näher der Termin anrückt, desto schlimmer werden meine Störungen. Da ich den Gedanke habe, wenn ich die Zwangshandlungen nicht mache, dass darunter meine Abschlussprüfung leidet.

Mal zu meinen Störungen:
Hauptsächlich muss ich all meine Sachen, egal wo, in die oben rechte Richtung legen. Sei es die Fernbedienung, Kugelschreiber usw., alles muss oben rechts ausgerichtet liegen. Einfach alles was ich irgendwo hinlege oder irgendwo liegt, muss oben rechts ausgerichtet sein. Ich muss sogar bevor ich Abends schlafen gehe, einmal nach oben rechts zeigen, wenn ich dieses nicht mache, dann kann ich nicht schlafen gehen. Ich zeige so oft, bis ich ideal oben Rechts gezeigt habe. Dieses muss bis zum 4 passiert sein.

Dann habe ich auch den Zwang, wenn ich am kontrollieren bin, dass ich das nur höchstens 4 Mal machen darf oder ich davor stehe und bis 4 zähle. Also ich mache mir selber den Gedanken, ich muss diesen Zwang bis zum 4 Mal abgeschlossen haben (mache zum Beispiel 4 Mal meine Augen auf und zu). Wenn ich aber über die 4 komme, dann mache ich mir Gedanken, dass die 5 z.B. meine Zensur in der Prüfung ist.

Das sind momentan meine schlimmsten Störungen. Natürlich gibt es noch andere.
Das Problem ist, diese Störungen beeinträchtigen mich beim lernen, dass ich während des lernens abgelenkt bin und immer gucken muss, ob alles richtig ausgerichtet ist usw.. Eine Therapie kommt in der jetzigen Zeit eher nicht in Frage, da ich dazu kaum Zeit habe. Kann man vielleicht irgendwie selber versuchen, diese Störungen in den Griff zu bekommen? Denn ich möchte diese unbedingt in den Griff bekommen, da ich einfach mal für meine Abschlussprüfung lernen möchte wie jeder andere, ohne das die Gedanken ganz woanders sind und ich am kontrollieren bin. Ich möchte mich einfach ganz normal auf die Prüfung vorbereiten, wie es jemand machen würde, der nicht erkrankt ist. Einfach mal so leben, dass meine Zwangsgedanken/Störungen nicht auf die Prüfung gerichtet sind. Wenn ich manche Sachen Abends vor dem Schlafen gehen nicht ausrichten würde/kontrollieren würde, dann mache ich mir halt immer Gedanken, dass meine Prüfung darunter leidet. Insgesamt gesehen, all meine Störungen/Zwangsgedanken sind momentan nur nach der Prüfung gerichtet. Ich muss einfach alles kontrollieren bzw. entsprechende Gedankengänge machen, damit ich die Prüfung bestehe.

Habt ihr da vielleicht Tipps, wie man sowas wieder in den Griff bekommt?

Ich weiß selber, dass die ganzen Störungen und Zwangsgedanken absurd sind. Aber ich bekomme es einfach nicht hin, frei von Zwängen zu leben.

Ich bin 20 Jahre alt, ich möchte einfach so leben, wie jeder andere in meinem Alter. Ich will mein Leben auch wieder genießen können. Ich habe Angst, dass nach der Prüfung wieder neue Zwangsstörungen/Zwangsgedanken anstehen, diese aber auf was anderes gerichtet sind. Auf ein nächstes wichtiges Ereignis im Leben wie z.B. Vorstellungsgespräch.

Vielen Dank für Eure Hilfe.

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Mittwoch, 2. Mai 2012, 19:28

hallo keeper,
das siehst du (leider) schon ganz richtig: in der nächsten streß-situation werden die gedanken bezw. -handlungen wieder (verstärkt) auftreten.
der zwang hat es ja nun mal an sich, daß er sich verschlimmert, je angespannter man ist. deswegen gehts dir ja im moment auch so schlecht.
wenn du dein leben wieder genießen willst, dann wird an einer therapie kein weg vorbeiführen. je länger eine zwangserkrankung unbehandelt bleibt, desto langwieriger und mühsamer wird es sein, sie in den griff zu kriegen.
und es gibt kein "akut-programm", das man selbst anwenden kann, um in kurzer zeit zwangsfrei zu sein. erst in einer verhaltenstherapie lernt man, wie man mit seinen zwängen umgehen und sie, im besten fall(!) teilweise zum verschwinden bringen kann. das erfordert zeit und geduld. beides scheinst du gerade nicht wirklich zu haben. ich kann ja verstehen, daß dir deine prüfungen wichtig sind.
aber ich habe eine tochter, die gerade in einer ganz ähnlichen situation steckt. und die sich jetzt, so schmerzlich es auch ist, wohl dafür wird entscheiden müssen, ihre prüfungen um ein jahr zu verschieben, weil sie es gerade einfach nicht packt. denn es ist vielleicht noch schlimmer, sich hinzuprügeln, bei immer aufdringlicheren zwangsgedanken und -handlungen, und es dann (deswegen) doch nicht zu schaffen, als sich die zeit zu geben, gesund zu werden, um es dann mit neuen kräften zu versuchen!
alles gute,
katja