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Musiker2501

Anfänger

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Zwangssymptome: Kontrollzwang, Zwangsgedanken

Medikament / Dosis: Paradoxin 40mg seit mitte 2013 selber Abgesetzt

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Angehörige/r

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1

Sonntag, 17. Juni 2012, 19:39

Zwangsgedanken in einer Beziehung

Hallo alle zusammen,

ich habe ein Problem. Meine Freundin leidet seit Mai 2011 an Zangsgedanken. Die Zwangsgedanken sind immer schlimmer geworden und im Herbst 2011 hat sie von sich selber aus gesagt, dass sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen will und dies auch gemacht hat.
Leider bin ich seit Herbst bereits zu einem Zwangshelfer geworden und jeder Versuch, so wie es mir mal die Psychologin von ihr gesagt hat nicht darauf zu reagieren und das Nachschauen, ob alle Türen zu sind, nicht in der Hose ist und ähnliches.
Immer wenn ich den Versuch starte nicht als Zwangshelfer zu agieren, da wird sie immer so wütend auf mich und immer bin ich an allem Schuld (da bekommen wir uns immer mal in die Haare).
Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll. Hat vielleicht einer von euch eine Idee? Ich hab mal gehört, dass Hypnose helfen kann. Hat da vielleicht einer Erfahrungen?
Ich bedanke mich jetzt schon mal für eure Hilfe.

Gruß
Musiker2501

Kathrin

Schüler

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Zwangssymptome: Waschen

Status: Betroffene/r

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2

Montag, 25. Juni 2012, 17:00

ich hab keine idee grad, ich bin selbst betroffene und in unsrer beziehung läuft es wohl auch so ab. mein freund macht ebensolche dinge für mich, weil ich es nicht allein schaffe. ich kann höchstens einen kontakt herstellen, er weiss allerdings selbst oft nicht was tun, beide sind überfordert. welche zwänge hat deine freundin dann genau? kontroll- und waschzwang? ich habe selbst einen waschzwang...

Musiker2501

Anfänger

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Zwangssymptome: Kontrollzwang, Zwangsgedanken

Medikament / Dosis: Paradoxin 40mg seit mitte 2013 selber Abgesetzt

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Angehörige/r

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3

Dienstag, 3. Juli 2012, 20:27

Entschuldigung, dass ich mich erst jetzt wieder melde. Leider war ich technisch verhindert. Also meine Freundin leidet an Kontrollzwängen (Türen abscchließen und Schlüssel verstecken; kontrollieren, ob etwas in der Jeans ist; Umdrehen, da Gedanken sind, dass man jemanden auf der Straße was getan haben könnte und andere, die ich nicht weiter nennen möchte). Eben haben wir uns gezofft, da sie das Schlafzimmer abgeschlossen hat und den Schlüssel in der Stube auf den Tisch gelegt hat. Nach einer Zeit suchten wir den Schlüssel fürs Schlafzimmer und nach langem Suchen fand ich den Schlüssel auch endlich, doch ich bekam kein Lob, sondern nur gesagt, wie Blind man sei. Nachdem ich nicht mit sins Schlafzimmer wollte (sie will dass wir alles zusammen machen wegen ihrem Kontrollzwang) hat sie sich nun im Schlafzimmer eingeschlossen. Ich weiß echt nicht mehr weiter. Kann mir denn hier keiner Helfen??? Bitte um einen Hinweis.

LG

Quovadis

unregistriert

4

Mittwoch, 4. Juli 2012, 10:46

Zitat

Nachdem ich nicht mit sins Schlafzimmer wollte (sie will dass wir alles zusammen machen wegen ihrem Kontrollzwang) hat sie sich nun im Schlafzimmer eingeschlossen.


Du hast Dich genau richtig verhalten. Du solltest keinesfalls Rituale von Ihr übernehmen, oder mit Ihr ausführen. Mach Sie auch immer wieder darauf aufmerksam, wenn sie sich zwanghaft verhält, oder wenn Du Deine Freiheit durch ihre Zwangsrituale eingeschränkt siehst.

Wenn sie dann wütend ist, dann lass sie schmollen, zetern, oder was auch immer.
Dieser Zorn richtet sich nicht gegen Dich, sondern gegen ihre eigenen zwanghaften Anteile bzw. gegen die resultierende Angst. Das wird sie auch selber wissen.

Ich spreche aus Erfahrung, da ich selber unter Kontrollzwängen leide und bevor ich mir dieser Erkrankung bewusst wurde habe ich mir auch von meiner damaligen Lebensgefährtin "helfen" lassen und habe die Krankheit dadurch wesentlich verschlimmert.

Als Zwangspatient muss man sich alleine (zu Anfang meist mit erfahrener therapeutischer Begleitung) seinen Ängsten stellen. Da kann einem leider keiner helfen.

Wünsche dir alles Gute!

Kathrin

Schüler

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Zwangssymptome: Waschen

Status: Betroffene/r

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5

Donnerstag, 5. Juli 2012, 09:55

Ja, du hast dich richtig verhalten, obwohl ich auch so bin und möchte, dass ich nichts allein machen muss, aus Angst. Meist steckt auch ein Schrei nach Liebe/ Zuwendung dahinter.
Wenn du erklärst, dass du es für sie machst, nicht für den Zwang, dass sie denn Unterschied erkennen kann?
Hat sie denn Behandlung?

Musiker2501

Anfänger

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Zwangssymptome: Kontrollzwang, Zwangsgedanken

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Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Angehörige/r

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6

Dienstag, 31. Juli 2012, 15:37

Hallo Kathrin,

wie meinst du das mit : "Wenn du erklärst, dass du es für sie machst, nicht für den Zwang, dass sie denn Unterschied erkennen kann?" ???

Sie ist bei einer Psychologin in Behandlung. Sie war mal in einer Tagesklinik, hat sich aber selber entlassen, da das dort nur KINDERGARTEN ist. Ich war mal zu einem Gespräch mit dort und musste feststellen, dass die dort so gearbeitet haben, dass die Patienten von der Straße weg sind und "keinen Schaden" anrichten können und das die Angehörigen den Betroffenen nach Feierabend und am Wochenende Heilen sollen.

Es freut mich, dass ich mich richtig verhalten habe.

Zur Zeit kann ich meine Freundin sehr loben, denn sie schaut nicht mehr nach allem, aber manchmal wenn sie schauen muss, also sie dem Zwang nachgibt, dann ist es schlimm.

LG

Kathrin

Schüler

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Zwangssymptome: Waschen

Status: Betroffene/r

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7

Mittwoch, 8. August 2012, 09:21

Dass du SIE liebhast und mit ihr anderweitig Zeit verbringen magst. Dass du ihr helfen magst um gesund zu werden, sie da stützen wirst, aber wenn du ihr beim Zwang hilfts, du ihr ja nicht raushilfst, sondern den Zwang verschlimmerst. Aber ich find, man muss das auch immer abwägen. Ganz alle Hilfe entziehen kann manchmal auch nicht förderlich sein, gemeinsam einfach teilschritte besprechen, wo sie dich entlässt mit Hilfe und dafür was alleinmacht und dafür hinterher von dir Belohnung bekommt, im Sinne von Zeit mit ihr, Umarmung usw.



Meine Beziehung ist leider zerbrochen letzten Monat....

ich wünsch dir viel Kraft, aber stütze sie und lobe sie, das ist echt klasse. Denn wenn man was schafft, dann ist es wichtig auch den Erfolg zu sehen und das tut umso mehr gut, wenn andere das sehn und loben!!!!

Das konnte mein Partner icht. Er hat immer das gesehn, was noch nicht ging.

Daher ist es so wichtig, dass du SIE siehst, sie lobst und hilfst, was sie alleinlassen aknn, aber ihr auch erklären, dass du es nicht machst, weil du SIE nicht magst, sondern, damit sie wieder lernt selbstständig zu werden.

Verstehst du nun den Unterschied SIE/Zwang?

wünsch euch, dass ihr mehr Glück habt als ich...

8

Sonntag, 24. März 2013, 16:38

Hallo,

ich bin neu hier und erhoffe mir ein wenig Austausch mit anderen Angehörigen von Betroffenen, bes. in einer Beziehung.
Ich bin mit meinem Freund seit fast einem Jahr zusammen, haben beide unseren eigenen Haushalt. Er leidet unter den Zwängen, lässt sich nicht therapieren. Ein Therapeut sagte mal zu ihm, dass es dafür schon zu spät sei.
Er hat den "Tick", das er viele Dinge entsorgen muss, es muss alles ordentlich stehen (in seiner Wohnung, in meiner kommt dieser Zwang nicht durch), fragt mich vieles, wenn er mir was erzählt, muss ich zwischendurch immer zb ja sagen, damit er weiß das ich ihm zuhöre. Ganz oft bekomme ich zu hören, dass ich ihn nicht liebe. Oder das ich kein Verständnis dafür hab.
Er ist sprunghaft, also grad wollte er noch das, dann sucht man das raus und dann ist es falsch, er will was anderes oder erkundigt sich selbst doch.
Wenn ich mich aber mal umentscheide, dann bekomm ich eine Reaktion, nach dem Motto nur er dürfe das und ich nicht.
Er fragt mich ob er mit seinen Zwängen wirklich so schlimm sei und ich antworte ganz normal darauf, also sage ihm, wie es mir dabei geht. Das ist aber falsch, also stress, ich sollte also am besten meine meinung für mich behalten.

Er möchte auch geliebt werden, da ich aus meiner Kindheit allerdings gelernt habe meine Gefühle für mich zu behalten, da diese sowieso keinen interessieren, ziehe ich mich in solchen Situationen zurück, was einen Konflikt zwischen uns nicht besser macht. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich dann Dinge mache nur um den Friedenswillen, damit ich keine bösen Handynachrichten erhalte. Es ist zZ besser, es war schon schlimmer.
Ich werde meiner eigenen Ich durch ihn untreu, bin eigentl ein fröhlicher Mensch, brauche meine Freiräume. Er gibt mir das gefühl, immer springen zu müssen, sonst bin ich Schuld, also wenn ich mal wo bin, dann beeeile ich mich, damit er sich nicht aufregt, wenn ich dann bei ihm bin.
Mittlerweile sag ich nicht mehr ja und amen, sonder sag, ich bleib mal zu haus oder ich komm abends nur kurz vorbei, fahre aber dann. Denn ich brauch dannd diesen Abstand.
Ich befürchte, dass daran unsere Beziehung zerbricht, habe dann aber das Gefühl ihm etwas schuldig zu sein bzw ihn im Stich zu lassen, er sagt auch gern mal ich würde ihn wegen eines anderen dann verlassen und so.

Das war jetzt mal viel Info auf einmal und das ein oder andere bestimmt wiederholt und unsortiert, aber das mal unter Gleichgesinnten loszuwerden, muss mal sein.

Ich danke euch vielmals und wünsche noch einen schönen Sonntagnachmittag

Hope

Administrator

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Aktueller Therapie-Status: War erfolgreich in Therapie

Status: Betroffene/r

Hobbys: Meine Tiere,Reiten,Kutschefahren ,Fotografie

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9

Sonntag, 24. März 2013, 21:01

Hallo am besten machst du eine eigenes Thema auf damit du Antworten bekommst aber was der Therapeut sagt das es zu spät ist geht ja garnicht. Es ist nie zu spät ich habe seid ünber 30 Jahren Zwänge und mir hat meine jetzige Therapeutin sehr gut geholfen und ich habe einiges geschafft.

Darum mann muss es nur wollen und immer wieder kämpfen und natürlich den richtigen Therapeuten finden.
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

Musiker2501

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Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Angehörige/r

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10

Donnerstag, 1. August 2013, 23:30

Hallo,

nach meinem letzten Beitrag hier ging es in unserer Beziehung zuerst wieder Bergauf, da ich mitgespielt habe.

Meine Freundin ist bis Anfang des Jahres normal arbeiten gegangen und ihre Zwänge wurden allmählich schlimmer, sodass es für sie, wie auch für mich, immer schlimmer wurde. Dann errinnerte ich mich, dass wir ende 2012 eine Reportage im Fernsehen gesehen haben, worin eine deutschlandweite psychosomatische Klinik vorgestellt wurde, die sich auf Zwangspatienten spezialisiert hat. Nachdem sie im erten Quartal 2013 aufgenommen wurde, wurde meine Freundin während der Krankschreibung von ihrem Arbeitgeber gekündigt, dies war ein ziemlicher Rückschlag für meine Freundin. Dann wollten die Ärzte in der Klinik meine Freundin ein Neuroleptikum aufschwatzen, dies haben wir zusammen abgelehnt, da zu schlimme Nebenwirkungen. Als dann die 6 Wochen rum waren, wurde sie entlassen, nur leider ohne dass eine Besserung ihrer Symtomatik aufgetreten ist. Das einzige, was von der Klinik posetives gibt ist, sie hat dort eine sehr gute Freundin gefunden, auch diese geht aus der Klinik nicht geheilt nach Hause. Im Anschluss an die Klinik hat sie dann die Tabletten (Paroxetin) in Eigenverantwortung vollständig abgesetzt.

Als wier nach den 6 Wochen Klinikaufenthalt wieder zusammen in den eigenen 4 Wänden waren, lief es noch schlechter zwischen uns, als vorher. Ihre Aggressionen und Wutausbrüche wurden immer schlimmer. Leider kann ich mit solchen Wut- und Aggressionsausbrüchen nicht richtig umgehen. Als Folge ist, wenn ihr Zwang von mir nicht erfüllt wird, dann fängt sie an um sich zuschlagen. Wenn es mir zuviel wird, dann schlage ich zurück, damit sie merkt, dass sie mit mir nicht alles machen kann. Ich weiß, dass das der Falsche Weg von mir ist, aber ich weiß mir dann einfach nicht mehr zu helfen.

Da meine Freundin früher, als sie noch bei ihren Eltern wohnte, eine Katze hatte und sie mir immer wieder sagte, wie sehr sie eine Katze vermisst, haben wir uns eine aus dem Tierheim zu uns geholt. Meine Freundin sagte mir einmal, dass es ihr besser gehe, wenn unsere Katze bei ihr ist. Nur leider setzt sie die Katze bereits als ihren Zwangshelfer ein. Das kann ich nicht akzeptieren, aber eine Diskussion, auch wenn sie noch so ruhig angefangen wird endet dann i Streit mti Gewaltausbrüchen.

Nun ist sie in einer Tagesklinik und dort fühlt sie sich jetzt besser, als ein JAhr zuvor, aber wenn sie von dort nach Hause kommt, dann ist sie ständig so geladen.

Ich weiß bald echt nicht mehr weiter. Ich schlafe seit knapp einem Monat auf dem Sofa, ich muss ständig ihr sagen, dass sie nichts schlimmes gemacht hat oder o irgendwo etwas liegen tut.

Ich liebe sie, aber sie sagt dann ständig zu mir, dass sie mich nicht mehr liebt, sogar dass sie mich hasst, dann hat sie bereits alle Fotos, wo wir zusammen drauf sind zerstört.

Jetzt eben haben wir uns wieder so in der Wolle gehabt, nun muss ich wieder aufs Sofa, nachdem ich die letzten beiden Tage ausnahmsweise mit im Bett schlafen durfte, da unsere Katze aufs Sofa gepnkelt hat. Die leidet auch unter unserem Steit.

Was kann ich noch tun, damit die Beziehnung nicht in die Brüche geht und was kann ich tun, damit sie vielleicht wieder so wird, wo wir uns kennen gelernt haben, denn da war sie Zwanngsfrei?

Ich bin total verzweifelt. Bitte helft mir.



Danke.

LG

Schussel

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Zwangssymptome: Magisches Denken, grübel Zwang, Waschzwang

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Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

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11

Freitag, 2. August 2013, 10:49

Hallo Musiker,

hab erst gezögert dir zu antworten...

Glaubst du, dass deine Freundin nur aus Wut sagt, sie liebt dich nicht mehr, oder denkst du es stimmt wirklich, dass sie dich hasst?


LG

Schussel

Musiker2501

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Zwangssymptome: Kontrollzwang, Zwangsgedanken

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12

Freitag, 2. August 2013, 12:36

Hallo Schussel,

ich denke schon, dass sie mich in manchen Momenten noch lieb hat. Weil ich hab sie auf jedenfall richtig doll lieb, trotz des Zwanges. Leider sieht sie das fast nie.

LG

Schussel

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13

Freitag, 2. August 2013, 13:06

Hmm,

also ich bin selbst erkrankt, bei mir ist es aber glücklicherweise so, dass ich niemanden bitte etwas für mich zu neutralisieren. Ich muss zugeben, dass ich es manchmal versuche durch die Blume, aber meine Frau merkt sofort wenn ich Entlastung suche.
Sie wird dann verständlicherweise sauer.
Weiter lässt sie sich auch nicht darauf ein, dass ich Entschuldigungen finde, weshalb ich mich meinen Ängsten nicht stelle. Als es mir sehr schlecht ging Ende letzten Jahres, brachte sie mir Unterstützung und Verständnis entgegen. Das hat für den Augenblick sehr gut getan und ich hatte kurz wieder Ruhe.
Die Angst kam jedoch wieder und ich fand sie diesmal noch schlimmer als zuvor.

Wir sind grad an einem Punkt wo unsere Ehe kurz vorm Scheitern steht. Schuld dafür sind meine Zwänge und alles was dazugehört (Depression, Antriebslosigkeit, generell wenig auf die Reihe bekommen). Uns ist beiden klar, dass nicht von einer kompletten Heilung ausgegangen werden kann, aber zumindest von einer Besserung. Damit diese Besserung eintritt, muss ich aber mehr investieren. Und sie hat Recht damit wenn sie sagt, dass ich bisher nicht 100% gegeben habe. Sie ist wütend und verletzt, weil ich unsere Beziehung aufs Spiel setzte, für etwas, dass einfach krank ist.
Ich kann sie sehr gut verstehen und meine Meinung dazu ist, dass ich es völlig Richtig finde, wenn sie nicht mehr kann, ihr Leben durch mich zerstört wird, wir keine Kinder haben können etc. weil ich krank bin, dass sie ihre Konsequenzen daraus zieht.
Ich finde, man ist in erster Linie für sein eigenes Leben verantwortlich (es sei denn man hat Kinder). Und meiner Meinung nach hat jeder Mensch das Recht zu sagen: "bis hierhin und nicht weiter".
Ich möchte noch hinzufügen, dass es in MEINEM Fall so ist, dass meine Frau MIR am besten hilft, wenn sie in Zwangssituationen nicht auf mich eingeht oder versucht mich zu beruhigen.
Sie will nicht Helfer meiner Zwänge werden. Ich erfahre somit einen derben Arschrtritt und die Richtung eben dieses Arschtrittes geht in Richtung "Nur wenn du bereit bist, dich deinen Ängsten zu stellen, ohne irgendwelche Tricks oder Hilfen, dann kannst du gesund werden".
Es war aber ein langer Weg bis meine Frau dazu kam, dass sie nicht mehr mitmachen wollte und sie sich von meinem zwanghaften Verhalten abgrenzte.

Wie wärs denn, wenn du dir therapeutische, psychologische Unterstützung holen würdest. Oder frag doch mal, ob du in der Tagesklinik vorbeikommen könntest. Man könnte dann hilfreiche (therapeutische) Umgangsformen besprechen.
Du hättest dann Klarheit, inwiefern wirklich unterstützendes Verhalten aussieht.

girasol1991

unregistriert

14

Samstag, 3. August 2013, 15:15

Hallo,

Mir sind beim Lesen mehrere Sachen aufgefallen.
1) Antidepressiva und sonstige medikamente dieser art eigenständig und nach so kurzer Zeit abzusetzen finde ich unverantwortlich und risikoreich ist es obendrauf. Die brauchen ihre Zeit zu wirken und absetzten sollte man die keinesfalls ohne ärztlichen Rat bzw ärztliche Aufsicht. Man merkt das wegfallen der Medis und das kann eechtnach hinten losgehen.
2) Ein Psychiatrieaufenthalt (egal welcher Art) wird einen nicht heilen, bis zur kompletten Heilung kann es Jahre dauern, manche Menschen werden nie wieder ganz gesund. So oder so ist ein Psychiatrieaufenthalt nur ein Anfang, der der Stabilisierung dient. Ich war vor fast drei Jahren für drei Monate teilstationär und bin seit dem dennoch ambulant in Therapie gewesen (und bin bei Weitem noch nicht geheilt).
3) Ich glaube nicht, dass sie dich nicht mehr liebt. Es ist glaube ich vielmehr ihr eigener Hass und ihre Wut auf sich selbst, den Zwang und vielleicht die Welt. Du bist derjenige, dem sie am meisten vertraut und deshalb bekommst du ihre Wut, etc. mit. Wenn du nicht mehr wärst, würde ihre Welt glaube ich zerbrechen.
4) Tipp von mir: Hilf ihr und motiviere sie, dass sie nochmal in Therapie geht und das dann durchzieht. Es geht nicht nur darum, dass verhaltenstherapeutisch zu behandeln, sondern auch aufzuarbeiten was die Ursachen sind. Medis können helfen, dass muss aber jeder für sich selbst entscheiden.
Du kannst dich mal informieren ob es Angehörigengruppen oder vllt auch psychische Unterstützung gibt für dich.
5) Wissen ihre Eltern davon und wenn ja, können sie dir helfen? Wie gehen die damit um? etc. Alleine wird nicht nur eure Beziehung sondern ihr beiden auch daran kaputt gehen.

Alles Gute!

Sommerwiese

Schüler

Beiträge: 146

Zwangssymptome: waschen,desinfizieren,dokumentieren,

Medikament / Dosis: Fluexetin, seit 1 Jahr endlich abgesetzt

Aktueller Therapie-Status: war schon mal in Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Deutschland

Beruf: zur Zeit erwerbsunfähig

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15

Samstag, 3. August 2013, 19:58

Zitat

Ich glaube nicht, dass sie dich nicht mehr liebt. Es ist glaube ich vielmehr ihr eigener Hass und ihre Wut auf sich selbst, den Zwang und vielleicht die Welt. Du bist derjenige, dem sie am meisten vertraut und deshalb bekommst du ihre Wut, etc. mit.


Das finde ich so toll formuliert und so denke ich auch darüber! :dafuer:

Sommerwiese

Musiker2501

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Zwangssymptome: Kontrollzwang, Zwangsgedanken

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16

Dienstag, 6. August 2013, 00:51

Danke für eure Antworten.

Das das mit dem absetzen des Medikaments risikoreich ist, wussten wir, aber als mit dem Medikament angefangen worden ist, hat meine Freundin 20 Kg Gewicht zugenommen (diese habe ich in der gleichen Zeit abgenommen) innerhalb von nur 6-9 Monaten. Obwohl uns die behandelnde Ärztin versichert hat, dass KEINE Gewichtszunahme dadurch entstehen soll. Nachdem sie das Medikamt 1 1/2 Jahre genommen hat und sich nicht wirklich eine Besserung einstellte und sie nichts über die Langzeitfolgen wusste, hat sie es abgesetzt. Wir und einige der Bekannten, die von der Krankheit und dem Medikament wissen, bestätigten uns die Entscheidung. Allerdings muss ich sagen ist durch die Absetzung des Medikamentes ihre Aggressivität sehr nach oben gegangen. Es ging, wie beschrieben bereits zu handgreiflichkeiten, aber zu meiner Schande auch von mir. Es ist mir da einfach alles zuviel geworden.

Zurzeit ist meine Freundin in der Tagesklinik und fühlt sich unter den Patienten gut aufgehoben, nur die Chefärztin ist nicht so toll.

Letzte woche hatten wir ein Angehörigengespräch, da wurde mir gesagt, dass ich nicht mehr ihr Zwangshelfer sein darf, nur leider bin ich das schon vom ersten Tag an. Damals wusste ich nicht, wie ich mich verhalten muss. Heute weiß ich es aber wenn ich versuche mich dagegen zu sträuben, bekommt sie einen gewaltigen Wutanfall.

Ihre Eltern wissen bescheid, nur ihre Mutter kann man nicht alles sagen, da die ab einem bestimmten Punkt dann abblockt und sagt, dass es ihr reichen würde. Aber bei ihrem Vater ist Hopfen und Malz verloren. Er hat überhaupt kein verständnis dafür. Er sagt ihr ist nie etwas in der Kindheit passiert, folglich soll sie sich einfach ein bisschen mehr zusammen reißen und dann geht es wieder.

Freilich habe ich schon überlegt mich von meiner Freundin zu trennen, aber irgendetwas hält mich davon zurück.Ich liebe meine freundin, auch wenn sie mich häufig auf die Palme bringt. Also schlussfolgere ich aus euren Antworten, dass sie es mit dem Satz "Ich hasse dich", den ich immer während eines Wutanfalls zuhören bekomme, nicht so ernst meint.

Zu mir hat sie auch schon einmal gesagt, dass sie mit sich unzufrieden ist. Ihr Vater hat sich ehr einen Jungen gewünscht, sie ist Einzelkind geblieben. Dann wurde sie in der Schule gemobbt, ihre Oma hatte schwerste Depressionen und hat Selbstmord begangen. Das sind unsere Vermutungen, warum sie diese Krankheit hat. Ich habe nämlich mal gelesen, dass eine psychische Krankheit genetisch vererbt werden kann.

LG

girasol1991

unregistriert

17

Dienstag, 6. August 2013, 12:37

LG

Zu mir hat sie auch schon einmal gesagt, dass sie mit sich unzufrieden ist. Ihr Vater hat sich ehr einen Jungen gewünscht, sie ist Einzelkind geblieben. Dann wurde sie in der Schule gemobbt, ihre Oma hatte schwerste Depressionen und hat Selbstmord begangen. Das sind unsere Vermutungen, warum sie diese Krankheit hat. Ich habe nämlich mal gelesen, dass eine psychische Krankheit genetisch vererbt werden kann.
Hey, ja also die Aussage ihres Vaters sie hatte doch keine schlimme Kindheit (oder so) ist total dämlich. Ich selber hatte auch nie eine schlechte Kindheit, aber bei mir liegt auch eine psychische Erkrankung (genau die selbe :D ) vor - also ist zumindest eine Disposition vorhanden. Generell muss man auch nicht eine schlechte Kindheit gehabt haben, damit man psychisch krank wird - totaler Schwachsinn. Zumal schlechte Kindheit ja sehr subjektiv wahrgenommen werden kann/wird. Ich habe wie gesagt nichts wirklich schlimmes erlebt, aber habe mich dennoch immer minderwertig gefühlt und als meine Oma (die einzige Person, der ich glauben konnte, wenn sie gesagt hat sie sei stolz auf mich und mich akzeptiert habe wie ich bin) gestorben ist, ist die Krankheit kurze Zeit später ausgebrochen. Man geht eben davon aus, dass es eine gewisse Disposition gibt und viele Faktoren und dann einen Auslöser.


Ihre Eltern wissen bescheid, nur ihre Mutter kann man nicht alles sagen, da die ab einem bestimmten Punkt dann abblockt und sagt, dass es ihr reichen würde. Aber bei ihrem Vater ist Hopfen und Malz verloren. Er hat überhaupt kein verständnis dafür. Er sagt ihr ist nie etwas in der Kindheit passiert, folglich soll sie sich einfach ein bisschen mehr zusammen reißen und dann geht es wieder.

Nun ich finde das sehr schlimm, denn du bekommst so alles ab! Die Freundin von meinem Bruder hat Borderline und ihre Eltern - nun den fehlt ein Stück weit auch das Verständnis aber auch die Kraft - und mein Bruder kriegt so viel ab, meine Eltern fangen einiges auf, aber das kanns nicht sein (zumal sowohl ich als auch mein Vater selber psychisch krank sind). Meine Eltern haben viel Verständnis und nehmen sich Zeit, es hat sich viel verändert, auch durch Angehörigengespräche, ich finde das sehr wichtig, ohne die richtige (!) Unterstützung von elementaren Menschen im eigenen Leben geht man irgendwann zu Grunde.



Letzte woche hatten wir ein Angehörigengespräch, da wurde mir gesagt, dass ich nicht mehr ihr Zwangshelfer sein darf, nur leider bin ich das schon vom ersten Tag an. Damals wusste ich nicht, wie ich mich verhalten muss. Heute weiß ich es aber wenn ich versuche mich dagegen zu sträuben, bekommt sie einen gewaltigen Wutanfall.
Mmh, ja das ist ja logisch, dass sie sich so aufregt - dennoch musst du dich weiterhin dagegen wehren, sonst hilfst du ihr auf lange Sicht nicht. Irgendwann kommt - zumindest war das bei mir so - die Einsicht, dass die Menschen um einen herum das nur gut meinen!

Das das mit dem absetzen des Medikaments risikoreich ist, wussten wir, aber als mit dem Medikament angefangen worden ist, hat meine Freundin 20 Kg Gewicht zugenommen (diese habe ich in der gleichen Zeit abgenommen) innerhalb von nur 6-9 Monaten. Obwohl uns die behandelnde Ärztin versichert hat, dass KEINE Gewichtszunahme dadurch entstehen soll. Nachdem sie das Medikamt 1 1/2 Jahre genommen hat und sich nicht wirklich eine Besserung einstellte und sie nichts über die Langzeitfolgen wusste, hat sie es abgesetzt. Wir und einige der Bekannten, die von der Krankheit und dem Medikament wissen, bestätigten uns die Entscheidung. Allerdings muss ich sagen ist durch die Absetzung des Medikamentes ihre Aggressivität sehr nach oben gegangen. Es ging, wie beschrieben bereits zu handgreiflichkeiten, aber zu meiner Schande auch von mir. Es ist mir da einfach alles zuviel geworden.

Mmh ja das mit dem Gewicht habe ich auch, ich würde da auch nicht auf die Ärzte hören, wenn die sowas garantieren, dass können die gar nicht garantieren :D

Du sagst ja selber, es stellte sich keine Besserung ein aber jetzt sind die Aggressionen stärker - nun ich dachte auch immer ach das Medi hat keine Wirkung, aber es hat schon eine, man merkt das nur nicht unbedingt so schlagartig. Ich bin auch auf Paroxetin eingestellt, habe innerhalb des letzten Jahres gemeinsam mit meinem Arzt auf 20mg von ehemals 60mg runterdosiert. Ich merkte das schon, gerade am Anfang, der Zwang wurde stärker, ich trauriger. Ich gehe dagegen mithilfe meiner Therapeutin, etc. an. Aber den Unterschied spürt man halt schon irgendwie.



Das mit der Tagesklinik ist doch schonmal gut, sucht euch für danach aber auf jeden Fall eine weitere ambulante Therapie, das ist wichtig! Was stört dich an der Chefärztin? Hat die da soviel zu sagen?

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