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Geranie

unregistriert

1

Sonntag, 24. Juni 2012, 01:25

Verschiedene Zwänge: Soziale Isolation

Hallo ich bin neu hier. Ich leide unter verschiedenen Auswucherungen an Zwängen: Ich muss kontrollieren, ob alles aus ist. Ich habe beim Autofahren Angst Jemanden zu überfahren/zu verletzten. Ich habe beim Gehen und Radfahren Angst Jemanden anzufahren/zu schubsen etc. Außerdem habe ich -ich arbeite mit Kinder - ständige Grübelzwänge, ob Kindern, die in meiner Obhut waren aufgrund meiner Nachlässigkeit etwas Schlimmes passiert sein könnte. Schlimm sind auch auch Horrorszenarien darüber, was mir blühen könnte, wenn ich Jemanden überfahren etc. habe oder was alles kommen könnt. Ich plage mich damit nun schon -in verschiedenen Heftigkeitsstufen- seit ca. 6 Jahren und mache gerade meine zweite Therapie. Was für mich schlimm ist: mein Sozialleben wird dadurch sehr stark beeinflusst (Niemand darf es merken! Wie könnte meine Ausrede fürs Kontrollieren sein? Ausflüge allein mit dem Auto=undenkbar etc.). Fühlt ihr euch auch manchmal so einsam und eingesperrt mit eurem Zwang? Kenn ihr meine Zwangssymptome? Ratschläge? Tipps? Ein offenes Ohr reicht auch...
Danke fürs Lesen!

Quovadis

unregistriert

2

Sonntag, 24. Juni 2012, 14:01

Diese Art von Verantwortungszwängen ist wohl eine der häufigsten Zwangserkrankungen.

Wenn Du daraus willst musst Du natürlich aufhören zu vermeiden und beginnen die Dinge, die bei Dir Ängste auslösen bewusst zu tun. Also z.B. alleine mit dem Auto fahren. Vielleicht auch auf einem Supermarktparkplatz, wo besonders viele Menschen um Deinen Wagen herum laufen. Die Angst provozieren und aushalten.

Ein sehr interessanter Text zu dieser Zwangssymptomatik:

http://www.ocdonline.com/articlephillipson2.php


Viel Erfolg!

Geranie

unregistriert

3

Sonntag, 24. Juni 2012, 15:02

Danke für deine schnelle Antwort!
Ja, du hast völlig recht! Ich muss aufhören zu vermeiden und erst recht die Sachen machen vor denen ich Angst habe. Aber manchmal habe ich Angst dann im Alltag nicht mehr richtig zu funktionieren, meine Zeit garnicht mehr genießen zu können, weil ich nur noch aushalten muss.

Heartsease

Schüler

  • »Heartsease« ist weiblich

Beiträge: 65

Zwangssymptome: Angst anderen zu schaden,Wasch- und Kontrollzwänge

Medikament / Dosis: 60 mg Fluoxetin

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Hamburg

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4

Sonntag, 24. Juni 2012, 15:53

Hallo Geranie,

Ja, die Symptome kenne ich gut, bei mir gibt es ganz ähnliche. Besonders in der Sache mit den Kindern kann ich mich wiederfinden, weil ich auch mit Kindern arbeite. Das ist wirklich ein ganz weites Feld, auf dem der Zwang immer wieder Anknüpfungspunkte findet.

Tipps zu geben ist ja immer schwierig, weil jeder so unterschiedlich reagiert.

Ich glaube aber es ist gut, hinzugucken wovor genau man Angst hat, (das kann selbst bei ähnlichem Thema sehr verschieden sein, wie z.B. Angst davor ein "schlechter Mensch" zu sein, Angst vor Gefängnis, Ruin, sozialer Ausgrenzung etc.). Das bietet einen guten Ansatzpunkt für kognitive Arbeit. Und genauso gut, ist es natürlich hinzugucken wie das Zwangsverhalten genau aussieht (das ist manchmal nicht so einfach zu erkennen, wie z. B. wenn man Szenen im Kopf immer wieder durchspielt, in der Hoffnung sich irgendwann überzeugen zu können, dass man nicht falsches getan hat) und das dann langsam und schrittweise abzubauen.

Aber das hast Du sicher alles auch schon in der Therapie gehört (was für Therapien hast Du denn gemacht und haben sie Dir etwas gebracht?).

Den Link von Quovadis finde ich auch sehr gut. Falls Du mit dem Englisch nicht zurecht kommst, kann ich Dir eine Übersetzung schicken (die ist aber lang und nicht so gut, es auf jeden Fall besser das Original zu lesen). Solltest Du keine Probleme damit haben (was ich natürlich hoffe), kann ich Dir gerne noch mehr englische Lesetipps geben :-)

Ansonsten könnte aber auch dieser Link vielleicht für Dich von Interesse sein (das, was ich meine, beginnt auf der Hälfte):

http://www.youtube.com/watch?v=UF0dwPqabpk&feature=relmfu

Gruß,

Heartsease

5

Sonntag, 24. Juni 2012, 20:35

Hallo Geranie,
kommt mir fast so vor als hätte ich dieses Thema aufgemacht. Ist bei mir genau das gleiche, außer das mit den Kindern.

Auto fahren ist nur noch anstrengend.

In die Öffentlichkeit trau ich mich nur noch wenn ich wirklich muss, hab auch ständig Angst das ich den Leuten Schaden zufüge.

Und bis ich mal aus dem Haus kann (wegen Herd, Wasser,.....), ist es auch immer ne qual.


Was hast du denn bis jetzt in den Therapien gemacht ? Weil ich auch so das Gefühl hab mein Therapeut ist mit den Zwängen bischen überfordert.

Geranie

unregistriert

6

Sonntag, 24. Juni 2012, 22:18

Danke für eure Antworten!!!
Mit dem Englisch hab ich keine Probleme, ich werde mir den Text mal durchlesen, wenn ich genug Zeit habe. Und den Link werde ich mir auch ansehen. Vielen Dank!!!
Ich hatte bis vor 3 Jahren eine psychoanalytische Therapie. Die hat zunächst gebracht, dass ich in mich hineingehorcht habe und dass die Symptome erstmal abgeklungen sind. Ich kam mit der Therapeutin nicht gut klar und habe abgebrochen. Zwischenzeitlich hatte ich einen Klinikaufenthalt in einer Tagesklinik wegen einer Depression. Man ging davon aus, dass die Zwangsstörung aufgrund meiner anderen Probleme nur verdeckt war. Inzwischen bin ich bei einer verhaltenstherapeutischen ambulanten Therapie. Ich habe einen -meiner Meinung nach - guten Therapeuten, der sich sehr mit meiner Symptomatik, aber auch meinen sonstigen Problemen beschäftigt. Es ist nicht immer einfach in den Sitzungen (beliebt: er zündet Kerzen an und ich muss sie finden, ausmachen und mit ihm die Praxis verlassen), aber ich denke, dass es wirklich helfen kann. Ich kann also eine verhaltenstherapeutisch orientierte Maßnahme nur empfehlen.

lilly116

unregistriert

7

Samstag, 16. März 2013, 07:10

Hallo Geranie,

ja,bis ich aus dem Haus bin.......bin ich oftmals schon fix und fertig !!!! Ich fange schon eine halbe Stunde vorher an,alles abzuschliessen und nachzusehen.

Schnell mal aus dem Haus zu laufen kennen ich garnicht,da ich immer noch etwas finde um zureuckzurennen und dann dabei gleich noch mal alles was ich schon x-mal gecheckt habe noch mal zu checken.

Es ist wie du es sagst,man will es verbergen und dass ist sehr anstrengend.Wir wissen ja dass es unsinnig ist,machen es aber trotzdem.Nur,man kann es niemandem erklaehren.Klar,noch mal die Tuere nachzusehen ist fuer viele nichts besonderes,aber es immer und immer wieder nach einem Ritual zu machen,wirkt auf die meisten schon seltsam.

Aber,es tut gut dass wir uns austauschen koennen.Mir hilft es und ich denke oft an die Ratschlaege die ich bekomme....

Liebe Gruesse,Lilly.