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Kathrin

Schüler

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Zwangssymptome: Waschen

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1

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 15:27

Brauche dringend Rat für Expo-Situation - Umgang mit der Angst

Ich bin vollkommen hilflos, rastlos, ruhelos, verzweifelt. Brauche dringend Rat, wie therapeutisch die Situation zu lösen.
Wenn man diese Betroffenen fragt, die ihre Bücher da schreiben, dann bekommt man immer nur zu hören "bei mir hats funktioniert, aber mehr sag ich dir nicht, denn ich bin kein Therapeut. nur wer wenn nicht die, können mir sagen, wie man damit umgeht? Ich hab niemanden, den ich fragen kann, ich weiss nicht weiter, möchte es aber wirklich lösen und vorwärts kommen, nicht vermeiden. und frage nicht, um zu hören "da ist nichts, das sagt dir dein Zwang" ich möchte lernen, wie man damit umgeht, nicht immer den dämlichen Zwang stützen.

ich hab vor 3 monaten wieder einmal angefangen expos zu machen, teilweise kam ich voran, teilweise nicht so gut/schnell wie ich erhoffte. mittlerweile bin ich leider aber wieder zurückgerutscht komplett.

Vor 2 Wochen ist eine eigentlich banale Situation, wie sie täglich passieren könnte gewesen - und doch - hat sie mir komplett den Boden unter den Füssen weggezoegn. Ich weiss seitdem nicht mehr ein noch aus, ich kann nicht mehr schlafen, der Kopf findet keine Ruhe und ich weiss nicht mehr wie ich damit umgehen soll. Es erdrückt mich regelrecht - es nimmt mir die Luft zum Atmen.

Folgende Situation: (teilweise etwas Telegrammstil, sonst zu lang)
ich hab etwas bestellt und an der Haustür entgegengenommen, die Tüte kurz an den Türrahmen vom Arbeitszimmer gelehnt und bei hermes unterschrieben. im anschuss trug ich die tüte auf den knien der besseren kontrolle wegen (es sind im flur bereits einige verseuchte wände, die ich nicht mehr berühren darf) ins wohnzimmer ums dort zu öffnen. Da sah ich im Wohnzimmer, dass was Braunes, ca 10 cm Durchmesser an der Tüte war, was es auch immer war, weiss ich nicht. Panik. ich ging mit dem finger rein, später wischte ich mit der ganzen Hand drüber, ein drittes Mal mit einem Tuch, dann wars so ziemlich weg vom Paket, aber ich kann einfach nicht definieren, was es sein könnte, körnig/sandig wars nich, also kein strassenstaub - auch sonst wars eine sehr komische konsistenz, die nicht von der hand zu "stauben"war, ums zu verkürzen- ich denke sowieso an hundekot.
Und nun hat mir dies den kompletten Boden unter den Füssen weggezogen.
ich hatte die Tüte an der kleidung, ich habs angenommen und die Haustür innen angefasst, aussen berührte es die Wohnungstür ebenso, das Paket bei der Übergabe, der Mann, der es brahcte fasste die Haustür dieses Hauses und unsere Klingel an, es lehnte am Türrahmen im Arbeitszimmer, ich weiss nicht, ab welcher Höhe ich es hinwarf, also könnte es ab 1,40 bis unten komplett verschmiert sein, der Boden, denn es rutschte hinunter, der Spalt zwischen Türscharnier und Rahmen (das sind viel zu viele fieselig kleine Kanten und Ecken, als dass ich sie gründlich wischen könnte) etc. ich hab das Paket öffnen müssen und dabei noch mehr das Gefühl gehabt, ich hab Tische, Möbel berührt, ich lehnte zum Laptop ausmachen an der Couchkante, also Couch auch verseucht.

in meiner Panik musste ich das Paket dann zum Zurücksenden wegtun- es musste wegen dem Dreck sofort aus der Wohnung, ich hielt es nicht länger aus, ich warf es in meiner Hilflosigkeit auf die Terrasse, also auch Angst, Terassentür ist verschmutzt, denn ich hatte zuvor noch die Kleidung aus dem Paket anprobiert und somit mich komplett verdreckt.:-(
Es lag neben dem Tisch zuvor, also mögliche Verunreinigung der Tischbeine durch meine Berührung usw, weil ich könnte die arme dorthin gebracht haben. ich hab so versucht dann den rolladen runtergemacht, also dieser plus vorhang verseucht.
Kurz: die Verteilung war für mich so groß, dass die halbe Wohnung verschmutzt war.
Die folgenden Tage hab ich nun seit 10 Tagen nichts mehr anderes gemacht als 14 std am tag nur noch mit wischen, duschen, von türrahmen über türklinken, bettrahmen, Türrahmen, Türklinken, Boden, alles Mögliche was ich berührte usw zu wischen, aber dieser besagte Arbeitszimmertürrahmen ist für mich einfach durch die vielen Kanten nicht sauber zu kriegen. Die Couch oder Wände (s.u.) kann ich ja auch nicht wischen. Ich kann mich nur noch mit Mäsueschrittchen in der Wohnung bewegen, in diesem Raum steht der Trockner, das Ausräumen ist extrem langsam ,da ständige Angst, ich berühre aus Versehn den Türrahmen mit dem Arm und beim Vorbeilaufen passiert es ständig, dass ich denke, ich komme mit der Hose oder dem Fuss oder etwas an diesen Türrahmen. Die Woche ist mir eine Tüte die an der Wand lehnte umgekipüpt- direkt an den Türrahmen, das war ein Act, die Sachen da rauszuholen.
Ich hab beim Aufwischen den Schrubber immer an die Wand gelehnt, da ich aber zuvor den Aufwischlappen in der Hand hatte und direkt so den Schrubber griff (also auch beim ersten Tag, als mögliche braune "Was-auch-immer-Partikel" am Lappen hängen und damit an meine Hände geraten konnten - somit alles an den Griff des Schrubbers und damit an der Wand - ich kann an dieser Wand kaum noch vorbei ohne Panik, ich habe sie berührt und Kot an mir.

Also volles Programm.
Ich kann nicht mehr abschalten im Kopf. Ich kann nichts anderes mehr denken, als dass überall Kot ist. Wenn ich es, so wie z.b. gestern, als ich dachte, ich kam mit dem Fuss an den Türrahmen dann lasse, mich weiterbewege und mit dem Fuss ins Bett gehe, kurz auf dem Boden kniete, geht es im Kopf massiv weiter mit den Bildern, dass ich schon überall diese Kotpartikel innerlich sehe. Ich wische mit dem immer gleichen Lappen auf z.b. und so fangen immer die Phantasien an wild zu spuken: ich verteile grade Kotpartikel richtig schön in Schwüngen über die ganze Wohnung und dabei noch an Stuhlgestelle, Leisten usw also alles, was der Lappen leicht streift...


Es ist wie eine massive dunkle Wolke grad, die über allem schwebt und alles was ich mir in den Wochen davor erarbeitet habe scheint nun so verloren, denn was nützt mir nun das abends weggehn, und schön anziehen, wenn ich in dieser Wohnung das Gefühl habe, alles ist voll mit Kot, der Kopf die Bilder nicht mehr rausbekommt und nichts anderes mehr denken kann.
Ich muss dazu sagen, ich bin berentet, ich bin 30, habe die Erkrankung seit 18 Jahren und laut Ärzten eine ungewöhnlich schwere Form. Ich kann z.b. oft nächtelang nicht schlafen, weil ich mich nirgendwo hinlegen darf.


Wie gehe ich damit um? Wie meistere ich diese Situation??
Wie würdet ihr vorgehen?
Ich fürchte, aus Erfahrung, dass je länger ich diesen Türrahmen meide zu berühren und größere Bögen drumrummache, desto mehr wird er Tabu und Angstobjekt. Also bleibt mir die Konfrontation. Aber ich fühl mich dabei grad komplett überfordert. Ihn berühren in die Verteilung gehen und dann?
Ich hab schon manches Mal die Erfahrung gemacht, dass es auch nach langen Wochen Verteilung nie aufhörte im Kopf mit den Bildern. Ich muss auch sagen, dass ich diese BILDER früher so trotz schwerem Ausmass nicht so hatte, das ist erst eine Sache der letzten 2-3 Jahre.
Kennt ihr das? Wie kommt man da raus?

Die meisten hier sind wohl - wie sollen sie auch anders- es wird ja überall so gelehrt - der Meinung ne Verhaltenstherapie allein sei die Lösung und dann gehe es irgendwann weg.
Ich habe durch emine langjährige Therapiebeschäftigung mehr über Trauma (ja, von dem leider, obwohl es immer wieder Thema war, nie jemand auf die Idee kam, es mal als Trauma zu benennen, es war halt einfach ne "nicht leichte Kindheit") mir wurde immer mehr klar, dass eine psychische Erkrankung nie einfach aus biologischen Ursachen heraus entsteht. Sondern immer eine Funktion hat. Die Emotionen, um die es ja geht, die man weghaben will, die in den Zwangssituationen kommen, sind doch eigentlich die, die wir als Kind erlebten im Trauma, der Körper erinnert sich immer, selbst wenn wir es im Bewusstsein nicht präsent haben, uns nicht mal klar ist, dass wir ein trauma haben, aber wie kann man dies integrieren?
Ich rief einen Therapeuten an, und fragte um rat, wieso die Bilder nicht weggehen, die Angst hört auf bei Expos, aber der Ekel und die Bilder halten sich, ich hörte, wenn es nach kurzer zeit nicht runtergeht, wird es das nie. Entweder vermeide ich zuviel oder es steckt mehr dahinter.
Ich redete die Woche mit einer Traumatherapeutin, die meinte, es könnte traumaindiziert sein. nur hat sie wiederum noch nie mit Zwängen gearbeitet und habe keine Ahnung davon.

Ich hab keinen Therapeuten zur Zeit, ich hab zwar viel Therapien, weiss wie man Expos macht, nur das Umgehen mit den Emotionen? Wie das? Da fühl ich mich überfragt. Einfach aushalten? wird es von selbst weggehen? Nur aushalten was nätig ist? (z.b. wenn ich denke ich komme hin oder mein Freund hinkam und mich berührt?) oder funktioniert nur bewusst reingehen, sprich: bewusst hinfassen und bewusst anderes anfassen damit.
Wie integriert man diese Ängste, dass auch die Bilder aufhören???
Ich meine, was nützt es, wenn am Ende zwar alles egal ist, keine Angst mehr ist, hatte ich nämlich auch schon, aber dadurch auch keine Freude kommen kann, weil das Bild "überall hängt Kot" bleibt und nicht das Gefühl, endlich kann ich wieder alles anfassen und rausgehen usw, sondern nur noch das Gefühl"ja, ich kann zwar, aber ich fühl mich einfach nur noch widerlich, die ganze Wohnung ist nicht mehr zum Wohlfühlen, ich hab Hundekot im gesicht, im Haar, auf der Couch, im Bett, es macht keine Angst, aber es ist überall Hundekot - GUT fühlt sich anders an"
Wie soll ich vorgehen? Ich will diese Sache nicht länger herschieben, und vermeiden, weil ich weiss, sonst wird das Bewegen in der Wohnung immer aufwendiegr, aber wie wird dieser Türrahmen und diese Paketgeschichte für mich wieder, wie jeder andere Türrahmen, die Couch wie jede andere usw???
Bitte bitte helft mir, wenn ihr Erfahrungen mit Expos habt.

Kathrin

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2

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 15:34

ah, bitte die ganze Groß- /Kleinschreibung übersehen, ich hab so viel tippen müssen, dass ich da nun nicht mehr alles ausbessern wollte, ich weiss, dass einige Rechtschreibfehler drinsind....:-)

Kathrin

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3

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 15:35

Ahhhhh, falsches Board: bitte auf Betroffene verschieben! (und wie kann ich editieren? Finde nirgendwo den Button)...

Sina

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Zwangssymptome: waschen putzen duschen

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4

Sonntag, 21. Oktober 2012, 13:09

Hallo Kathrin,

ich kann Dich da gut verstehen... kenne solche Sotuationen nur zu genüge und auch das Problem das VT und expos nicht den gewünschten, allseits propagierten Erfolg bringen... mache nun auch eine Traumatherapie und würde Dir da EMDR empfehlen! Es wird nun auch bei Zwängen erprobt und wäre evtl eine Lösung für Dich.
Nun zu Deinem aktuellem Problem.
Da hilft kein gefasel und evtl spätere Theraerfolge... ich kenn das...
Meine Lösung war in ähnlichen Situationen: Vertraue Dich einer Person Deines Umfelds an und bitte sie Dir zu helfen und schrittweise, alle für Dich dreckigen Stellen zu begutachten. Wichtig war für mich, daß ich dieser Person vertraue, da es bei mir sonst nicht funktionert hätte... Dann legt beide fest, ob da was ist (ich traute in solchen Situationen immer nicht dem, was ich sah oder nicht sah) und frage, was diese Person machen oder nicht machen würde und entschiedet dann was zu tun ist und halte dich dran.
Nun schreien wohl alle VT Anhänger auf: Nein, das darf man nicht machen, weil man ja die Verantwortung abgibt!
Ich sage, doch das darf man, weil man erstmal wieder Boden unter die Füße bekommen muß um sich überhaupt auf irgendetwas einlassen zu können!
Bitte schmeißt die Steine jetzt! ;)
und Dir viel Erfolg bei der Rückeroberung der Wohnung!

All the best
Sina

Kathrin

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Mittwoch, 24. Oktober 2012, 19:21

Danke Sina,
ja EMDR hab ich schon seit einiger Zeit im kopf, allerdings seit 2 Jahren vergeblich nach einem freien Therapieplatz gesucht, derzeit stehe ich auf ner Warteliste bei einem EMDR-Therapeuten, aber das dauert noch bis März:-(

Irgendwie ist es fast erschreckend, dass niemand was zu Expos sagen kann... macht hier keiner wlche oder helfen sie niemandem???
Ich verzweifel noch immer, weil ich nicht weiss, wie ich eine Konfrontation mit dem Türrahmen schaffen soll und je in diese Wohnung zurücksoll (bin grade nicht dort)

Sina

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6

Donnerstag, 25. Oktober 2012, 02:57

Hallo nochmal,
ich hab schon viele Expos gemacht, nur hatte ich das Gefühl, daß das ne Nummer zu Groß ist für Dich...
Oder täusche ich mich da? Wie weilt warst Du denn vor diesem Vorfall? Was ging und was ging nicht? Wie lange machst Du schon Expos? Immer alleine? Bräuchte dann noch n bissel Input...

LG
Sina

Kathrin

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Donnerstag, 25. Oktober 2012, 13:40

Hm, ich hab das ja schon 18 jahre. Hab in diesen Jahren 6 Klinikaufenthalte und zig Therapien hinte rmir. War zweimal davon in der Christoph-Dornier, falls dir das was sagt. Das heisst, mit Flooding, das war schon Hardcore.
ich hab eine zeit gehabt, in der ich alleine zuhause Expos gemacht hab und mir massiv viel erarbeitet habe, so dass ich fast normal leben konnte.
Dennoch hat sich in den letzten 7 Jahren ohne Expos alles so verschlechtert, dass der zwang in JEDEM Lebensbereich so masisv ist, dass es ein Fass ohne Boden ist, irgendwo ne Übung zu machen, denn woanders kommen dann eben 10 Zwänge hinzu.
Ich fühl mich auch so, dass nie jemand wirklich helfen konnte, nach den Expos mit den Gefühlen umzugehn, auch in der CDK bekam ich da keine Hilfe.
Es hiess einfach "aushalten, irgendwnan gehts schon runter". Das war aber nie der Fall.
Ich habe jetzt auch wieder alleine angefangen mit Übungen, ja.
Ich hab im Sommer 10 Wochen angefangen, manches ging auch besser, im Kopf hat sich was gelockert, aber es ist schnell wieder ins alte gerutscht.
Es ist schon so, dass es mir nichtmal möglich ist, noch an irgendeinem Ort zu entspannen, es gibt nirgendwo einen Ort mehr, wo ich ohne Zwangsausübung sein kann, jede Minute des Tages läuft nach Zwangsregeln ab, dass mal eine Stunde Ruhe ist ohne über Verschmutzung nachzudenken, das gibt es nicht. Es ist schon extremst ausgeweitet (z.b. kann es sein, dass ich nächtelang nicht mal ins Bett darf oder schlafen, weil ich mich nicht legen darf. Ich kann mich in meiner eigenen Wohnugn schon sehr lange kaum noch bewegen, jeder einzelne Handgriff ist von Angst besetzt.