Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Zwangserkrankungen.de. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

girasol1991

unregistriert

41

Dienstag, 23. April 2013, 22:38

Ich denke auch, dass es sehr hilfreich sein kann auch als Angehöriger Therapie oder ggf. wenigstens eine Angehörigengruppe in Anspruch zu nehmen, finde ich sehr gut Spurensucher! (Ich bin sowieso der Meinung, dass jeder Mensch in seinem Leben mal Therapie gemacht haben sollte, weil man so viel über sich selber lernt und das ist so ein großartiges Geschenk! ;-) )

Diese Unsicherheit und das fehlende Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist ein wirklich extremes Problem. Ich merke es vor allem daran, dass ich viel besser mit allem umgehen kann und der Zwang erträglicher wird, vor allem aber das ständige Absichern durch Nachfragen bei meiner Mutter ob ich sauber bin, nachgelassen hat, seit ich mit mir selbst Frieden geschlossen habe, ich mir genüge und ich gut bin wie ich bin. Trotzdem merke ich zum Beispiel in Beziehungen zu anderen Menschen, vor allem wenn es um eine feste Liebesbeziehung zu einem Mann geht, dass ich da noch sehr auf Sicherheit und Stabilität aus bin, bin unglaublich eifersüchtig, denn es gibt diesen Teil in Beziehungen den ich nicht kontrollieren kann, nicht überprüfen kann, nicht sichern kann.
Genau das wäre auch ein Grund für mich, keine Hypnose zu machen. Da verliere ich doch irgendwie auch die Kontrolle, das würde für mich nicht gehen. Wer weiß was in der Zeit passiert ist, in der ich nicht bei 100% Bewusstsein war?
Was mir hierzu aber auch einfällt ist, dass ich aufgrund der Zwangserkrankung eigentlich gar keine Kontrolle habe (über Sauberkeit etc.), denn an sich bestimmt der Zwang und nicht ich, also total paradox eigentlich.


Ich glaube, so deprimierend es manchmal sein kann, aber dass man, wenn man zwangskrank ist, dass fast immer eine Form von Lebensaufgabe ist, eine komplette Heilung dauert sehr lange. Aber was ist daran so schlimm, wenn es immer irgendwie ein Lebensaufgabe sein wird? Ich habe lange viele Dinge unglaublich pessimistisch gesehen, mich immer gefragt wann hört das auf, warum ich, mein größter Wunsch war so lange wieder komplett gesund zu sein. Jedoch hat alles auch etwas positives, ich habe ein Konzept namens Reframing kennengelernt, wo es darum geht Dinge in einen neuen Kontext zu setzen. Wenn ich sage "ich kann nicht xy", dann bedeutet es aber, dass ich "abcdefghijklmnopqrstuvwz" kann. Irgendwie ist es also so, dass in meinem Falle der Waschzwang richtig scheiße ist, aber gleichzeitig beinhaltet er auch neue Möglichkeiten, neue Chancen - Chancen mein bisheriges Leben zu hinterfragen, zu schauen, was will ich, wer bin ich. Ich habe gelernt, was es heißt die kleinen Dinge sind bedeutsam, das ist doch ein unglaublicher Gewinn. Ich weiß, dass ich verdammtes Glück habe, und ihr das vllt grade gar nicht nachvollziehen könnt, was ich schreibe, ich will euch aber sagen, dass alles immer zwei Seiten hat. Die Frage ist, worauf fokussiere ich mich? Ich habe so lange die negative Seite betrachtet und dabei verdammt viel Zeit verloren...

Schussel

Anfänger

  • »Schussel« ist männlich

Beiträge: 54

Zwangssymptome: Magisches Denken, grübel Zwang, Waschzwang

Medikament / Dosis: Sertralin 200mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Hobbys: Basketball, Fitness, Musik

  • Nachricht senden

42

Mittwoch, 24. April 2013, 07:19

Diese Unsicherheit und das fehlende Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist ein wirklich extremes Problem. Ich merke es vor allem daran, dass ich viel besser mit allem umgehen kann und der Zwang erträglicher wird, vor allem aber das ständige Absichern durch Nachfragen bei meiner Mutter ob ich sauber bin, nachgelassen hat, seit ich mit mir selbst Frieden geschlossen habe, ich mir genüge und ich gut bin wie ich bin

Ich denke auch, dass es sehr hilfreich sein kann auch als Angehöriger Therapie oder ggf. wenigstens eine Angehörigengruppe in Anspruch zu nehmen, finde ich sehr gut Spurensucher! (Ich bin sowieso der Meinung, dass jeder Mensch in seinem Leben mal Therapie gemacht haben sollte, weil man so viel über sich selber lernt und das ist so ein großartiges Geschenk! ;-) )

Diese Unsicherheit und das fehlende Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist ein wirklich extremes Problem. Ich merke es vor allem daran, dass ich viel besser mit allem umgehen kann und der Zwang erträglicher wird, vor allem aber das ständige Absichern durch Nachfragen bei meiner Mutter ob ich sauber bin, nachgelassen hat, seit ich mit mir selbst Frieden geschlossen habe, ich mir genüge und ich gut bin wie ich bin. Trotzdem merke ich zum Beispiel in Beziehungen zu anderen Menschen, vor allem wenn es um eine feste Liebesbeziehung zu einem Mann geht, dass ich da noch sehr auf Sicherheit und Stabilität aus bin, bin unglaublich eifersüchtig, denn es gibt diesen Teil in Beziehungen den ich nicht kontrollieren kann, nicht überprüfen kann, nicht sichern kann.
Genau das wäre auch ein Grund für mich, keine Hypnose zu machen. Da verliere ich doch irgendwie auch die Kontrolle, das würde für mich nicht gehen. Wer weiß was in der Zeit passiert ist, in der ich nicht bei 100% Bewusstsein war?
Was mir hierzu aber auch einfällt ist, dass ich aufgrund der Zwangserkrankung eigentlich gar keine Kontrolle habe (über Sauberkeit etc.), denn an sich bestimmt der Zwang und nicht ich, also total paradox eigentlich.


Ich glaube, so deprimierend es manchmal sein kann, aber dass man, wenn man zwangskrank ist, dass fast immer eine Form von Lebensaufgabe ist, eine komplette Heilung dauert sehr lange. Aber was ist daran so schlimm, wenn es immer irgendwie ein Lebensaufgabe sein wird? Ich habe lange viele Dinge unglaublich pessimistisch gesehen, mich immer gefragt wann hört das auf, warum ich, mein größter Wunsch war so lange wieder komplett gesund zu sein. Jedoch hat alles auch etwas positives, ich habe ein Konzept namens Reframing kennengelernt, wo es darum geht Dinge in einen neuen Kontext zu setzen. Wenn ich sage "ich kann nicht xy", dann bedeutet es aber, dass ich "abcdefghijklmnopqrstuvwz" kann. Irgendwie ist es also so, dass in meinem Falle der Waschzwang richtig scheiße ist, aber gleichzeitig beinhaltet er auch neue Möglichkeiten, neue Chancen - Chancen mein bisheriges Leben zu hinterfragen, zu schauen, was will ich, wer bin ich. Ich habe gelernt, was es heißt die kleinen Dinge sind bedeutsam, das ist doch ein unglaublicher Gewinn. Ich weiß, dass ich verdammtes Glück habe, und ihr das vllt grade gar nicht nachvollziehen könnt, was ich schreibe, ich will euch aber sagen, dass alles immer zwei Seiten hat. Die Frage ist, worauf fokussiere ich mich? Ich habe so lange die negative Seite betrachtet und dabei verdammt viel Zeit verloren...

Diese Unsicherheit und das fehlende Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ist ein wirklich extremes Problem. Ich merke es vor allem daran, dass ich viel besser mit allem umgehen kann und der Zwang erträglicher wird, vor allem aber das ständige Absichern durch Nachfragen bei meiner Mutter ob ich sauber bin, nachgelassen hat, seit ich mit mir selbst Frieden geschlossen habe, ich mir genüge und ich gut bin wie ich bin

Schussel

Anfänger

  • »Schussel« ist männlich

Beiträge: 54

Zwangssymptome: Magisches Denken, grübel Zwang, Waschzwang

Medikament / Dosis: Sertralin 200mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Hobbys: Basketball, Fitness, Musik

  • Nachricht senden

43

Mittwoch, 24. April 2013, 07:20

oh sorry!

Zitieren will gelernt sein.

Also nochmal...

Schussel

Anfänger

  • »Schussel« ist männlich

Beiträge: 54

Zwangssymptome: Magisches Denken, grübel Zwang, Waschzwang

Medikament / Dosis: Sertralin 200mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Hobbys: Basketball, Fitness, Musik

  • Nachricht senden

44

Mittwoch, 24. April 2013, 07:28

Hallo zusammen,

ich gehe auch davon aus, dass ich mein Leben lang damit zu tun haben werde. Ich hoffe nur, dass ich lernen kann meine Gedanken besser einzuschätzen, den Zwang erkenne und ohne ihn zurecht komme.

Zweifel wird wohl mein stetiger Begleiter bleiben, das einzige was ich ändern kann ist, mich nicht von ihm überwältigen zu lassen.

@girasol1991:
Es ist genau das was du schreibst. Vertrauen in sich selbst, sich anzunehmen wie man ist. Ich denke, das ist es was zunächst durch den Zwang ersetzt wird und zunächst diesen Mangel ausgleichen kann. Das Problem ist, dass durch das Zwängeln das Vertrauen in die eigene Person weiter sinkt. Dementsprechend müssen immer mehr Zwänge ausgeführt werden.

Machts gut, haltet die Ohren steif und bis bald.

Schussel

girasol1991

unregistriert

45

Mittwoch, 24. April 2013, 14:52

Hallo zusammen,

ich gehe auch davon aus, dass ich mein Leben lang damit zu tun haben werde. Ich hoffe nur, dass ich lernen kann meine Gedanken besser einzuschätzen, den Zwang erkenne und ohne ihn zurecht komme.

Zweifel wird wohl mein stetiger Begleiter bleiben, das einzige was ich ändern kann ist, mich nicht von ihm überwältigen zu lassen.

@girasol1991:
Es ist genau das was du schreibst. Vertrauen in sich selbst, sich anzunehmen wie man ist. Ich denke, das ist es was zunächst durch den Zwang ersetzt wird und zunächst diesen Mangel ausgleichen kann. Das Problem ist, dass durch das Zwängeln das Vertrauen in die eigene Person weiter sinkt. Dementsprechend müssen immer mehr Zwänge ausgeführt werden.

Machts gut, haltet die Ohren steif und bis bald.

Schussel
Klar, das ist ein Teufelskreislauf, ich vertraue mir nicht, der Zwang entsteht, ich vertraue mir noch weniger, der Zwang wird stärker, ich vertrauer mir immer weniger etc...
ABER:
1. Die Erkenntnis darüber ist sehr viel Wert und der erste Schritt in die richtige Richtung!
2. Nichts ist unmöglich, wenn es schwer fällt an dem Zwang zu arbeiten, so gibt es doch sehr einfache Methoden langsam anzufangen an sich selbst zu glauben! Da kann eine Therapie schon sehr hilfreich sein oder einfach damit anzufangen, was kann ich gut - denn jeder Mensch kann was! Das ist einfach so!

46

Mittwoch, 24. April 2013, 21:07

hallo ihr lieben,
wollte mich auch mal wieder zu wort melden; bin zurzeit etwas im stress und komme nicht so recht zum schreiben.
das thema "angehörigengruppe" ist auch aus meiner sicht ein schwieriges; hier am ort(großstadt immerhin) gibt es zwar eine selbsthilfegruppe für die "angehörigen psychisch kranker", aber 1) ist die nicht spezialisiert, das heißt, du hast da alle psychischen erkrankungen, die du dir vorstellen kannst(will ich mir das antun; ist das hilfreich...?) und 2) gehts da halt auch nicht nur um kinder/jugendliche. ich bin, nach reiflicher überlegung, nicht hingegangen.
aber ich überlege jetzt, selbst soetwas ins leben zu rufen. ihr habt sicher recht, das thema ist so schambelastet, gerade, wenn es um kinder/jugendliche geht, da will niemand aus der deckung kommen. dabei kann uns der austausch doch nur weiterbringen!
zum thema medikamente: leider gibt es ja DAS wirksame medikament gegen zwänge nicht. es gibt zwar eine reihe von medis, die helfen KÖNNEN, aber leider ist das von patient zu patient so unterschiedlich, daß man(wie wir, z.b.) oft eine ganze latte von preparaten ausprobieren muß, bevor der betroffene das passende findet(wenn überhaupt!)
ich kanns nur aus unserer erfahrung erzählen: am anfang(vor drei jahren) überlegten wir noch hin und her, ob wir ÜBERHAUPT ein medikament wollen. dann wuchs über monate der leidensdruck so stark, daß das dann irgendwann gar nicht mehr die frage war.
dann begann die "experimentierphase". ich nenne das so, weil meine tochter knapp zwei jahre lang so einiges an medis und kombis ausprobiert hat, und wir nie so recht einen effekt sahen. als außenstehender(und das ist man als angehöriger, auch wenn man noch so sehr versucht, sich schlau zu machen) kann man ab einem gewissen punkt nur die entscheidung treffen: vertraue ich die gesundheit meines kindes nun diesem arzt/therapeuten/dieser klinik an, oder nicht. und wenn ich das tue(natürlich muß auch mein kind mitziehen),dann akzeptiere ich erstmal, was dort beschlossen wird.
ich will informiert werden, klar. und wenn mir(oder meinem kind) irgendwas gar nicht gefällt, muß man darüber reden, auch klar.
aber ich muß auch lernen, ein stück verantwortung zu übertragen. wie petra schon sagt: natürlich fällt es als mutter unglaublich schwer, zu erkennen, daß man seinem kind nicht helfen kann. aber so eine erkrankung ist einfach in den meisten fällen ne nummer zu groß für uns. wir sind dabei. uns kommt eine wichtige (begleit-)funktion zu. aber weder über die passende medikation noch über die notwendige therapieform können wir (laien) eine alleinige, eigenständige entscheidung treffen. wir werden beraten. wir entscheiden dann, ob wir uns das so vorstellen können oder nicht. was diese entscheidung dann aber alles beinhaltet/bedeutet, das erweist sich erst mit der zeit.
natürlich hab auch ich mir darüber gedanken gemacht, was dauerhafte medikation/therapie für meine tochter bedeutet.
sie nimmt ein ssri; da weiß man ja, daß das nicht einfach so abgesetzt werden kann, wenns ihr besser geht; die meisten versuche diesbezüglich enden damit, daß der zwangserkrankte schnell wieder "ins loch fällt". diese medis haben aber natürlich auch nebenwirkungen wie fehlende libido, beispielsweise. meine tochter ist 17. bislang waren jungs, aufgrund ihrer krankheit, kein thema.
aber das kommt ja noch. wie ist das dann für sie? bisher keinerlei erfahrungen auf diesem gebiet gemacht. dann verliebt sie sich. und dann geht nichts. das kann traumatisch werden.
oder auch die geschichte mit der therapie: klar will keiner jahrzehntelang therapie machen(müssen).und schmeißt vielleicht irgendwann entnervt alles hin.
aber ich denke mir halt: JETZT haben wir nur wenige möglichkeiten. meine tochter will ihren zwang so in den griff kriegen, daß ihr wenigstens einigermaßen ein dabei-sein im täglichen (schüler/jugendlichen-)leben wieder möglich ist.
dafür muß sie abstriche in kauf nehmen. wie sie später zu diesen abstrichen steht/damit umgeht, wird sich zeigen.
das ist , für sie in erster linie, ein lernprozess: ich bin zwangskrank. ich gehe bisher damit so-und-so um. wenn ich das irgendwann so nicht mehr will, muß ich mir alternativen suchen. es anders versuchen. mir aber bewußt sein, daß das schwierigkeiten mit sich bringen kann.
so wie ich es, in meiner zeit in diesem und einem anderen forum, verstanden habe, kämpfen die meisten erkrankten ihr leben lang um den "richtigen", ihnen gemäßen weg, mit ihrer erkrankung umzugehen. wir angehörigen können sie nur begleiten und ermutigen.
den weg müssen sie selbst gehen.
liebe grüße,
katja

Spurensucher

Anfänger

  • »Spurensucher« ist weiblich
  • »Spurensucher« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 32

Status: Angehörige/r

Wohnort: Baden-Württemberg

  • Nachricht senden

47

Sonntag, 7. Juli 2013, 14:24

hallo ihr lieben,

ich möchte mich mal wieder melden. im alltag läuft mir meist die zeit davon und so will ich mir diese jetzt nehmen, um euch zu erzählen, wie es im moment bei uns aussieht.
meine 15jährige tochter und ich hatten inzwischen zwei gespräche in einer kinder- und jugendpsychiatrie. diese zwei gepräche waren äussert interessant und ganz anders als die gespräche, die ich in der klinik geführt habe, wo meine tochter letztes jahr war.
die psychologin nahm meine tochter sehr ernst in ihrer wahrnehmung. in ihren zwängen. in ihren ängsten.
allerdings meinte sie auch, dass sie für sie kein "akutfall" wäre (was ist das eigentlich ein akutfall???). meine tochter leidet ab und an schon wirklich sehr, das ist für mich dann schon akut. jedenfalls hat sie ihr auch klargemacht, dass ein erneuter klinikaufenthalt sie erheblich wieder rausreißen kann aus dem alltag - und sie hinterher wieder mehr schwierigkeiten hat sich einzufinden.
auch war sie sehr offen in bezug auf medikation. dass ein medi sie in einigem gleichgültiger machen kann...aber letzendlich ihre zwänge nicht beseitgen wird. ich kann hier nun nicht alles wiedergeben, was so war in dem gespräch, aber soviel: mich hat das alles sehr bewegt und nachdenklich gemacht. da meine tochter in der zwischenzeit eine ambulante therapie begonnen hat, meinte die klinik-psychologin auch, dass ihr das auf längere sicht mehr bringen würde - weil die Expositionübungen in ihrem altag stattfinden und nicht fernab von zuhause.

eine entscheidung musste meine tochter treffen! das war sehr schwer für sie. sie hat diese entscheidung in ihrer therapie getroffen, wo alles pro und contra aufgelistet wurde. fakt ist das mein kind sich für eine ambulante therapie entschieden hat und gegen ein medikament. ob es die richtige entscheidung ist, kann ich nicht sagen. es ist ihre. und in dieser versuche ich sie zu unterstützen, wo es nur geht.
sie hat viele gute zeiten, aber auch starke einbrüche (kontrollzwänge, angst vor bakterien überall (bei einatmen, wenn leute ihr zimmer betreten oder so, wiederholzwänge). wir stehen kurz vor dem beginn der expostionsübungen. ihre therapeutin war bereits einmal bei uns zuhause. nächste woche erneut. hier führt sie mit ihr die expos durch. eine durchaus anstrengende geschichte für meine tochter. jeder, der zwänge hat, kann wohl nachvollziehen, wie sie sich fühlt.

mir geht es mal besser, mal schlechter damit. mal bin ich voller hoffnung, ein anderes mal könnte ich nur weinen...
es gibt kleine schritte nach vorne und zwei wieder zurück.
und doch sehe ich in meiner tochter eine starke persönlichkeit, die weiß, was sie will.
von der schule aus hat sie z.b. jetzt ein praktikum als hebamme in einer klinik gemacht. sie hat da soviel erlebt (war bei einem kaiserschnitt dabei...), was auch in dieser woche die zwänge wieder etwas mehr ausbreiten liess...sie muss das erst mal alles verarbeiten. sie will ihre abschluss machen. sie hat sich überwunden, die letzten drei präsentationen in der schule zu machen. sie kämpft. mal mehr, mal weniger.

interessant ist unsere ansicht auf den zwang. ihre therapeutin bat uns, zu beschreiben, wie wir den zwange sehen:
meine ausführung: er ist wie ein vampir, der zeitweise seinen mantel um sie legt, und den sie nicht von sich aus ablegen kann. der zwangs-vampir saugt an ihr, bis sie sich fast am ende fühlt. und ich wünschte, sie könnte den mantel viel öfters einfach ablegen.

meine tochter wählte als symbol eine ente (ja, eine ente! dieses kleine süße tier, was so friedlich aussieht). zuerst war ich fast entsetzt darüber. doch als ich sie fragte, warum eine ente, bekam ich eine sehr schlaue antwort: "mama, eine ente kann wegschwimmen. und so soll dass der zwang auch machen."

wir haben uns nun eine zwangs-ente gekauft. eine quitsche-ente, die im schrank steht. unser beider ziel ist es, diese ente eines tages bei uns in fluß setzen zu können mit dem vermerkt drauf: endlich frei!
ob es uns - vor allem IHR - gelingen mag, kann ich zum jetzigen zeitpunkt nicht sagen.
aber es ist ein ziel!

ich grüße euch alle herzlich und bedanke mich für eure offenheit.
ich habe es sehr zu schätzen gelernt, das in meinem thread auch betroffene geschrieben haben und nicht nur angehörige.
durch euch selbst-betroffene habe ich auch gelent, meine tochter besser verstehen zu können.
vielen dank hierfür!

petra
Nur wer loslässt, hat beide Hände frei

girasol1991

unregistriert

48

Dienstag, 30. Juli 2013, 14:55

wir haben uns nun eine zwangs-ente gekauft. eine quitsche-ente, die im schrank steht. unser beider ziel ist es, diese ente eines tages bei uns in fluß setzen zu können mit dem vermerkt drauf: endlich frei!
ob es uns - vor allem IHR - gelingen mag, kann ich zum jetzigen zeitpunkt nicht sagen.
aber es ist ein ziel!

hey, wisst ihr was auch helfen kann?

wenn der zwang zu stark wird, dann die ente nehmen und mit ihr reden oder sonst irgendwas, als wäre es der zwang selbst. ich habe auch mal eine figur basteln wollen für meinen zwang, aber ich war nie zufrieden mit dem was rauskam, sodass ich es jetzt nur im kopf mache, aber ab und an, wenn der zwang vor allem abends im bett zu stark wird, dann spreche ich mit ihm im kopf und sage ihm, dass er gehen soll, dass er sich in die ecke stellen soll und morgen früh könnte er da weg kommen, aber heute nacht will ich meine ruhe haben. nicht immer, aber häufig klappt es.


mir geht es mal besser, mal schlechter damit. mal bin ich voller hoffnung, ein anderes mal könnte ich nur weinen...
es gibt kleine schritte nach vorne und zwei wieder zurück.

[...] sie hat viele gute zeiten, aber auch starke einbrüche (kontrollzwänge, angst vor bakterien überall (bei einatmen, wenn leute ihr zimmer betreten oder so, wiederholzwänge).

vielleicht heitert es dich auf...die schlechten zeiten gehen vorbei und gute kommen...und die guten werden mit der zeit immer mehr werden!

ich hatte letzte woche einen unglaublichen zusammenbruch/einbruch, gefühlt ging nichts mehr bei mir. ich hab sogar selbstmordgedanken bekommen, es ist grad alles so viel, auch wenn vieles positives ist, aber es verändert sich und es steht ende des jahres eine grundlegende und alles verändernde sache an (auszug von zu hause) und irgendwie hab ich schleichend immer mehr zweifel entwickelt (ob ich das alles schaffe, etc.) und letzte woche war es dann zu viel. ich hab so geweint und hatte versucht meinen dok zu erreichen bzgl. hochdosierung meines medis, leider oder glücklicherweise (?) habe ich ihn nicht erreicht, sodass ich gesagt habe, ok wartest bis dienstag (also heute) wo du eh den termin hast und dann sprichste mit ihm...meine therapeutin hatte diesen monat urlaub, weil sie sich auf eine wichtige prüfung vorbereiten musste und ich wollte sie nicht unnötig stören. nun ich habs mit mir ausgemacht, mit meiner mama, einer guten freundin und meinem freund gesprochen und viel geweint...ich hatte das gefühl, die welt geht unter, mein herz tat so sehr weh, dass ich dachte es zerbricht an all dem schmerz...

heute, nicht ganz eine woche später, geht es mir gut, ich habe immer noch zweifel, aber ich habe auch wieder ein bisschen was dazu gelernt. bei mir ist es inzwischen so: zwei schritte vor, einen schritt zurück. es ist nicht ideal, aber es ist in ordnung. es ist besser als das, was früher war. und ich kann sagen, die klinikzeit hat mich damals aus dem tief etwas herausgeholt, aber die wirkliche arbeit und alles kam dann auch erst in der ambulanten therapie.


ich wünsche euch alles gute!!!! :)

Zur Zeit sind neben Ihnen 2 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

2 Besucher