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Donnerstag, 18. April 2013, 13:37

Wer hat Erfahrungen mit Hypnose und EMDR???

Hallo Allerseits,

ich wollte mich mal wieder melden und berichten wie es läuft!

Wir hatten letzen Montag ein Elterngespäch bei der Therapeutin unseres Sohnes (16 Jahre). Sie möchte jetzt mit Hypnose arbeiten, bzw. das macht ihr Mann. Die beiden haben eine Gemeinschaftspraxis. Es wird eine bestimmte Anzahl an Sitzungen festgelegt und dann geschaut wie er darauf reagiert. Sie meint er wäre jemand für den Hypnose in Frage käme. Er ist jetzt seit Dezember bei ihr, d.h. sie kennt ihn schon ein bisschen.

EMDR wäre auch eine Therapiemöglichkeit die aber erst nach der Hypnose starten sollte. Hypnose ist für sie das erste Mittel der Wahl. Flovoxamin nimmt er seit ca 4-6 Wochen nicht mehr. Wir haben das ganze auf Anraten der Therapeutin langsam abgesetzt. Er hat das Medikament gute 6 Monate genommen (200mg/Tag), ohne irgendeine Wirkung zu zeigen, weder positiv noch negativ.

Im Moment geht es ihm gut so lange kein Waschbecken in der Nähe ist;-) Er hat sich ganz gut im Griff was die Häufigkeit des Waschens betrifft. Normal sind im Augenblick so 3-4x am Tag! ABER wenn er dann loslegt hängt alles von seiner Tagesform ab. Er versucht allein klar zu kommen, aber wenn er zu lange braucht, mehr 10-15 Minuten, helfen wir. Bzw. wir versuchen es.

Aber auch in 5 - 10 Minuten schafft er es meist das Bad zu fluten. D.h. das Wasser steht auf den Fliesen, er selbst hatte Hose und Pulli nass, etc. Manchmal wäscht er sich so in Rage, daß er Kreislaufprobleme kriegt und kurz vor dem zusammenklappen ist. kennt das jemand?? Wenn er oder wir es schaffen das Waschen zu beenden ist er wieder "da". ER schafft seinen Alltag wieder ganz gut. Macht Sport, hat jetzt den Führerschein angefangen. Seine Schulleistungen sind mittel, er steht in der Schule zu oft neben sich ist in sich gekehrt und daher mündlich sehr schwach. Schriftlich läuft es dagen ganz gut.

Sein Sozialleben ist nach wie vor stark eingeschränkt. Er ist viel zuhause und viel alleine. Wobei ich noch nicht mal sicher bin ob ihn das stört........Wenn wir Besuch haben, und seine jüngere Schwester hat einen großen Freundeskreis, hat er sich gut im Griff und man mekt nichts!

Seine Angewohnheit Handschuhe oder Socken über die Hände zu ziehen hat er nachwievor! An guten Tagen versucht er das zu reduzieren an schlechten Tagen ist es eben so. Wir haben uns irgendwie alle daran gewöhnt, das macht mir manchmal Angst. Das ganze dauert jetzt schon ziemlich genau 1 Jahr, aber wir werden noch einen langen Atem brauchen. Schwierig finde ich die Grenze zwischen Unterstützen und zuviel helfen. Wisst Ihr was ich meine? Mein Mann oder ich waschen ihm z.B. jeden morgen die Haare, weil er sagt das er das morgens nicht schafft. Er will sowenig "wasserkontakt" wie möglich vor dem Schule(außer Zähneputzen etc.) um Stress zu vermeiden und seinem Waschzwang keine übermäßige Chance bieten. Gut! Wir sind auf der einen Seite froh das es morgens im Augenblick ganz gut läuft, alles entspannt ist und alle pünktlich aus dem Haus kommen. Das war auch schon ganz anders!!!! Aber wann ist viel HIlfe zuviel Hilfe????

Nächste Woche hat der die erste Hypnosesitzung, mal sehen wie das wird! Auf jeden Fall hilft mir dieses Forum immer wieder durch zu atmen. Ich erzähle wie es weitergeht!! :))

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Donnerstag, 18. April 2013, 19:29

Ich ! :dafuer:

3

Donnerstag, 18. April 2013, 20:23

Wie meinst Du das? Hast Du Erfahrungen mit Hypnose und/oder EMDR?? Wie bist Du damit zurecht gekommen?

thunderroad

unregistriert

4

Donnerstag, 18. April 2013, 20:35

Liebe abby
Deinen Beitrag zu lesen war für mich sehr interessant und auch sehr tröstlich. Vieles kommt mir SEHR bekannt vor!!!!
Die Frage, wann ist viel Hilfe zu viel Hilfe :-) ... meine Güte, die stelle ich mir täglich... auch der Satz, wir sind froh, dass es morgens gut läuft, alle pünktlich aus dem Haus kommen...ich kann so mitfühlen. Und wir sind Eltern und wollen doch einfach bloss das beste für unsere Kinder.
Ich bin gespannt, ob eure Hypnosesitzung hilft und wünsche dir einfach ganz viel Kraft.
Grüsse dich ganz herzlich!!!!

5

Freitag, 19. April 2013, 19:30

Hallo abby,

ich habe Erfahrungen mit Hypnosetherapie gemacht. Allerdings darf man keine Wunder erwarten. Es wird sehr viel zutage gebracht und es kann anstrengend sein. Nur oft ist ein Erfolg erkennbar. Allerdings ist es wichtig, einen guten Hypnotherapeuten zu haben.

xCab

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Sonntag, 21. April 2013, 11:39

Angsthase, kannst du einen empfehlen?

7

Sonntag, 25. August 2013, 09:59

Erfolg mit Hypnose?

Hallo Abby,


bin neu hier und habe mit Interesse deinen Beitrag gelesen.
Da dieser schon einige Monate zurückliegt, würde mich interessieren, ob die Hypnosebehandlungen bei deinem Sohn erfolgreich waren.
Mein Sohn ist auch 16 und leidet unter massiven Zwangsgedanken und -handlungen.
Er macht zur Zeit eine Verhaltenstherapie, steht da aber noch ganz am Anfang.

Honey78

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9

Mittwoch, 28. August 2013, 21:33

EMDR

Hallo Abby,

ich mache seit einigen Monaten eine Therapie, in der EMDR ein Hauptbetandteil ist.
Ich habe relativ gute Erfahrungen damit gemacht, in der Form, dass sich seit dem überhaupt mal was spürbar verändert.
Es sind ganz kleine Erfolge, aber ich kann immer mehr Situationen aushalten, die für einen normalen Menschen zwar Peanuts sind, mich aber noch vor einigen Monten komplett aus der Bahn geworfen hätten.
Ich kann es zwar nicht nachweisen, dass die Erfolge durch das EMDR eintreten, aber ich kann zumindest einen Zusammenhang erkennen.

Nun vielleicht ein wenig zu der Therapie an sich:
Meine Therapeutin erklärte mir das so: EMDR ahmt die Augenbewegungen nach, die der Körper in den Traumphasen (den so genannten REM-Phasen) ganz natürlich macht. Der Körper verarbeitet in diesen Phasen das, was man so im Alltag erlebt und einen möglicherweise belastet.
EMDR ist daher eine Form der Trauma-Therapie, die auch bei Zwangserkrankungen (ein Trauma kann hierfür eine Ursache sein) angewendet wird.
Der Therapeut fordert einen während der Sitzung auf, an ein belastendes Ereignis zu denken und sich gefühlsmäßig dort hineinzuversetzen. Dann überlegt man mit dem Therapeuten, welche Kernaussage/Glaubenssatz auf die Situation zutrifft. Man konzentriert sich dann auf die Gefühle und wiederholt den Glaubenssatz fortlaufend während der Therapeut einen Stift (so ist es jedenfalls bei mir) bewegt, dem man mit den Augen folgt. Die einzelnen EMDR-Übungen dauern wenige Minuten.
Es kommt vor, dass man Körperreaktionen zeigt (z.B. plötzlich auftretende Schmerzen, Ziehen im Rücken, Kopf, Armen etc.) oder Gefühle hochkommen. Diese Auffälligkeiten werden im Anschluß besprochen.
Falls der Therapeut es für erforderlich hält, wird die Übung nochmals wiederholt.
Zum Abschluss festigt man dann das ganze mit einem positiven Gedanken, damit das Gehirn diesen statt der negativen Assoziation, die man bisher hatte, speichert.


Ich hoffe, mit meinem Bericht ein wenig weiter geholfen zu haben und wünsche Dir bzw. Deinem Sohn viel Erfolg mit der Therapie.


Gruss
Honey78

Kathrin

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10

Freitag, 30. August 2013, 21:29

Honey78:
ich hab nun sehr lange auf der Warteliste für eine EMDR-Therapeutin gewartet, das hört man ja immer öfter seit 2 Jahren dass es bei Zwängen helfen soll, aber bisher hat sie es bei mir noch nicht angewendet, obwohl ich mehrmals darum bat.
Mich würde mal intressieren, auf was bezogen macht ihr das EMDR? Auf konkrete Zwangssituationen (z.b. Kot und dann nach der Konfrontation EMDR) oder im Bezug auf Traumata, die erstmal direkt gar keine Zwangsthemen betreffen?

Honey78

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11

Sonntag, 1. September 2013, 02:45

Hallo Kathrin,

ich möchte gerne auf Deine Frage antworten.

Bei meiner EMDR-Therapeutin mache ich bisher (noch) keine Konfrontation mit den konkreten Zwangssituationen, sondern mit welchen, von denen ich bzw. meine Therapeutin glauben, dass sie Ursprung für die Erkrankung/Zwangsauslösend sind bzw. waren.

Wir wollen quasi mit dieser Form der Therapie das Problem bei der Wurzel packen.
Die Schwierigkeit dabei ist allerdings, dass man zunächst herausfinden muss, welches die Ursprünge der Zwangserkrankung überhaupt sind, es sei denn, das ist im Einzelfall bekannt.

z.B. Ein Unfall, Verlust eines geliebten Menschen, Trennung, Jobverlust, eine Gewalttat etc.

Bei mir ist es etwas schwieriger, da zunächst kein konkreter Auslöser offensichtlich war. Wir mussten daher in mühevoller Kleinarbeit alle belastenden Situationen durcharbeiten und schauen, worauf der Körper anschlägt.
Nach der Behandlung einiger Themen habe ich ganz klar eine Veränderung in meinem Zwangsverhalten gespürt. Sprich: Die Angst kam trotz Auslöser weniger bzw. gar nicht auf.
Leider bezieht sich das bisher nicht auf meine Hauptthemen sondern "nur" auf "Kleinigkeiten". Aber ich bin optimistisch, dass das erst der Anfang ist.

Ich habe bisher gar nicht nachgefragt, ob man das EMDR auch direkt mit der konkreten Zwangssituation machen kann. Du bringst mich da also gerade auf eine gute Idee. Danke. :thumbup:
Sobald ich das geklärt habe (mein nächster Termin ist in knapp 2 Wochen), werde ich wieder berichten.

Ich hoffe, dass ich dir zunächst weiterhelfen konnte.
Solltest Du noch weitere Fragen haben, kannst Du gerne wieder schreiben.

Bis dahin. Allen ein schönes Restwochenende.

Gruss
Honey78

Kathrin

Schüler

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12

Montag, 2. September 2013, 15:22

danke schonmal, und ja, würde mich intressieren, ob es Wirkung hat direkt bei Zwangssituationen

Quovadis

unregistriert

13

Dienstag, 3. September 2013, 16:01

EMDR hat mir während meiner Therapie recht gut geholfen!

Honey78

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14

Dienstag, 3. September 2013, 22:26

Hallo Quovadis,

was hast Du denn konkret mit Deinem Therapeuten gemacht?

Gruss
Honey78

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