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1

Donnerstag, 23. Mai 2013, 20:59

hallo?!

hallo mal wieder,
lange nichts von euch allen gehört! wie geht es euren kindern; wie geht es euch?
meine tochter hat jetzt ihren entlassungstermin aus der klinik bekommen; 26.06. es geht ihr wesentlich besser, keine frage. aber ich hab trotzdem angst; letztes jahr wurde sie auch zu beginn der ferien aus der damaligen klinik entlassen. fuhr dann 2 wochen mit ihrem vater in den urlaub. bis dahin alles gut. als sie dann aber die folgenden 4 ferienwochen allein zuhause war; keine schule, keine freundinnen da, wir eltern am arbeiten, da ging es wieder abwärts mit ihr.
wir werden nochmal ein gespräch mit ihrem therapeuten in der klinik führen deswegen. er ist der meinung, sie soll sich diese zeit jetzt selber so strukturieren, daß sie beschäftigt ist. aber: strukturieren muß sie, m.e. erst wieder lernen; in der klinik WAR alles komplett für sie strukturiert, und das 7 monate lang. diese entlassung in die ferien hinein ist für mich sowas wie von 100 auf null. die gesprächstermine mit dem therapeuten klappen aber nicht, weil der völlig verpeilt ist, was terminabsprachen angeht. bin schon sauer, weil es ja jetzt wirklich um existenzielles geht, und der kriegts nicht auf die reihe, uns einen termin anzubieten, an dem wir beide können.
die zeit geht so schnell um und es ist noch soviel zu klären!
meine tochter sieht der entlassung auch mit gemischten gefühlen entgegen. das thema wohngemeinschaft ist vom tisch. aber sie sieht halt auch, daß die jugendlichen auf station ihr zu einer wichtigen größe geworden sind. leute, die sie gut kennen, sie verstehen, sie nicht verurteilen oder doof angucken für irgendwas. das wird sie vermissen. und natürlich hat sie angst, sich wieder einzufügen in dieses andere "normale" leben. mit leuten, die sie nach wie vor mag. aber von denen sie doch das gefühl hat(sicher nicht unberechtigt), daß die sie nicht wirklich verstehen können. oder wollen.
sie hat heute einen anderen stand mit ihrer krankheit als vor einem jahr, das immerhin! sie ist selbstbewußter, auch sich der krankheit und deren erfordernissen und einschränkungen sowie ihrer eigenen verantwortung dabei bewußter. dennoch wird eine schwierige zeit auf sie (und uns) zukommen, wenn sie wieder normal zur schule gehen und ihren platz in diesen zusammenhängen finden muß. von dem, was sie schulisch leisten muß, mal ganz abgesehen. ich freu mich auf sie, hab aber auch total bammel! schaun mer mal!
liebe grüße, katja

2

Freitag, 24. Mai 2013, 18:41

Hallo Matera,

vorab: Mir ist durchaus bewußt, daß ich mit meinen Kommentaren nicht immer das anspreche, was ein Betroffener unbedingt hören möchte. Jedoch ist gerade dies der nach meiner Meinung ein Weg, um überhaupt einmal selbst zu erkennen, ob nicht evtl. ein Verhaltensfehler "bei mir" liegen könnte.

So beobachte ich schon seit einiger Zeit auch deine Ausführungen mit wirklichem Interesse. Es fällt mir dabei auf, daß du dich als Mutter überaus stark für deine (jetzt wohl 17jährige) Tochter stark machst und für sie sehr viel organisierst und regelst. Mir kommt dies - und bitte verzeih mir den Ausdruck - ziemlich "gluckenhaft" vor. Es entsteht dadurch zumindest bei mir der Eindruck, daß deine Tochter sich dadurch nicht ausreichend ausleben kann, wie es für ein Mädchen in ihrem Alter eigentlich normal wäre.

Es wäre doch auch einmal interessant, wenn sich deine Tochter hier im Forum einmal selbst äußern und ihre augenblicklichen Gefühle darstellen würde. Und, mal ganz offen angesprochen: Glaubst du wirklich, daß sie durch diese lange Zeit des "Schonens" in einer Klinik wirklich den Durchbruch geschafft hat !? Ich zumindest zweifle daran, auch wenn dich diese Aussage jetzt sehr irritiert und erregt, aber dies ist eine Meinung eines völlig Außenstehenden !

3

Freitag, 24. Mai 2013, 18:43

Hallo Katja,

stimmt, hier hat schon lange niemand mehr etwas geschrieben. Danke für das Up-date, ich finde es total spannend zu lesen, wie es bei anderen läuft.Und ich kann total gut verstehen, dass di nicht sicher bist, ob eine Entlassung in die Ferien hineine das Beste ist.

Meine Tochter ist jetzt auch seit einigen Wochen in der Klinik (zum ersten Mal). Mit dem therapeutischen Angebot ist sie zufrieden, kommt mit den Mitpatienten aber nur schwer zurecht. Allerdings werden ihre Zwänge auch im Wesentlichen durch aus ihrer Sicht "Fremde" ausgelöst und die gibt es dort natürlich zur Genüge. Insofern fällt ihr der Aufenthalt schon sehr schwer. Die Frage mit den Sommerferien stellen wir uns auch, da bei uns ja der Grund für die stationäre Aufnahme der Nicht-Schulbesuch war. Sollte es eine Entlassung am Anfang oder in den Ferien geben, dann weiß ich auch nicht, ob das mit dem Anschluss nach den Sommerferien klappt. Andererseits kann ich mir kaum vorstellen, dass meine Tochter den stationäern Aufenthalt noch sehr lange durchhalten würde. Sie versucht schon, mit den Therapeuten ein Ziel abzustecken, dass ihr erlaubt, nicht mehr "ewig" in der Klinik "festzusitzen", wie sie das ausdrückt. Ich selber sehe allerdings, dass ihre Alltagsfähigkeit noch ziemlich eingschränkt ist, auch wenn sie schon gute Fortschritte gemacht hat. Ich denke, es dämmer tihr so langsam, dass sie mit einem Klinikaufenthalt nicht hinkommen wird. Und das muss sie auch erst mal verarbeiten.

So hangeln wir uns nun von Woche zu Woche und wissen auch nicht so Recht, wie es weiter gehen wird. Der Mai ist übrigens überhaupt kein guter Monat, um mit Ärzten, Therapeuten und Betreuuern zu sprechen. Viel zu viele Feier- und Brückentage. Nach nächster Woche muss das eigentlich mal wieder besser werden...

Liebe Grüße

Rena

4

Freitag, 24. Mai 2013, 18:48

Hallo Angsthase,

du sprichst da ein ziemlich wichtiges Thema an, finde ich. Das war für mich eine ziemlich harte Erkenntnis, dass ich viel mehr loslassen muss und mich aus vielem zurückziehen, und dabei immer noch die Stelle, wo man sich auch einfach mal ausheulen kann (meine Tochter ist ja erst 14). Ich war viel zu lange und viel zu oft die Rückversicherung, die ihr signalisiert hat, dass sie es alleine vielleicht doch nicht schafft. Aber wenn man das weiß, dann kann man ja dran arbeiten. Und die Alltagskompetenz, wie es so schön heißt, kann dann auch gut steigen....

Viele Grüße

Rena

TomMX5

Anfänger

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Hobbys: Motorrad und Auto fahren :)

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5

Freitag, 24. Mai 2013, 22:43

Hallo!
Ich würde gerne Helfen mit ein paar
möglichkeiten die deine Tochter mal ausprobieren sollte! Vieleicht bringt es ja was.
Ich leide nun schon seit 10 Jahren an Zwängen und habe nun seit gut 1 Woche etwas ruhe!

Kannst mir ja eine Nachricht schicken wenn ich was tun kann.
Gruß Tom! :)
Ich bin mein eigener Chef nicht der Zwang!
:P :P :P :P :P :P :P

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Dietrich Bonhhoeffer

6

Samstag, 25. Mai 2013, 00:24

Hallo Matera,
...


Hallo Angsthase,

Deinen Beitrag fand ich durchaus interessant. Aber: Glaubst Du allen ernstes, dass ein junger Mensch hier schreiben würde, wenn die (eigene) Mutter über sich/sie (auch in vermeindlicher Anonymität) der Art viel schreibt, wirklich hier "selbst" noch etwas schreiben würde. Wenngleich ich die Verzwiflung ja verstehen kann, so muss ich sagen, dass der "Detailgrad" mit dem hier über das eigene Kind in aller Öffentlichkeit geschrieben wird, schon arg grenzwertig ist. M.E. besteht hier eher die Gefahr, das ein ohnehin schon angespanntes Verhältnis noch schlechter wird.

Bzgl. des Klinkaufendhaltes stimme ich Dir zu. Leider herrscht ja oftmals die Ansicht vor, dass Klinik = "wenn's gar nicht mehr geht" bzw. Klinik = "besonders intensive """"Behandlung"""" ". Ich denke, letztlich ist das ein Trugschluß, der u.U. arg nach hinten los gehen kann.

40+

7

Samstag, 25. Mai 2013, 11:19

Deinen Beitrag fand ich durchaus interessant. Aber: Glaubst Du allen ernstes, dass ein junger Mensch hier schreiben würde, wenn die (eigene) Mutter über sich/sie (auch in vermeindlicher Anonymität) der Art viel schreibt, wirklich hier "selbst" noch etwas schreiben würde. Wenngleich ich die Verzwiflung ja verstehen kann, so muss ich sagen, dass der "Detailgrad" mit dem hier über das eigene Kind in aller Öffentlichkeit geschrieben wird, schon arg grenzwertig ist. M.E. besteht hier eher die Gefahr, das ein ohnehin schon angespanntes Verhältnis noch schlechter wird.


Hallo 40plus,

ich glaube kaum, dass Mutter/Tochter in ein und demselben Forum schreiben würden. Das kann nicht gut gehen. Was den "Detailgrad" angeht, da gebe ich dir Recht, das ist immer eine Gratwanderung. Ich selber versuche meine Beschreibungen noch möglichst allgemein zu halten, auch wenn das sicher schwierig ist, wenn man nicht im ganz Beliebigen bleiben will. Nicht jedes hier beschriebene Detail stimmt genau...

Man darf nicht vergessen, wie hoch der Leidensdruck auch bei Angehörigen ist. Im Wesentlichen fühle ich mich oft total hilflos gekoppelt mit Schuldefühlen, warum ich das alles nicht habe verhindern können. Ich weiß, dass das Unsinn ist, aber das hilft nur bedingt. Hinzu kommt, dass man im realen Umfeld da gar nicht drüber reden kann. Viele unserer Bekannten und sogar Freunde wissen gar nichts von der Erkrankung, wei es nicht an mir ist, meine Tochter da zu outen. Und sie braucht die Chance, das selber in die Hand zu nehmen, wenn sie das denn will. Und unser Wohnumfeld ist da wenig tolerant.

Damit hat man aber niemanden, mit dem man sich austauschen kann, der einen versteht, der einem Tipps gibt (gerade auch die Tipps, die wehtun). Und diese Funktion kann ein Forum zumindest teilweise erfüllen. Und die Zwangserkrankung des eigenen Kindes beeinflusst meinen eigenen Alltag ziemlich massiv. Ich muss da erst wieder herausfinden, denn das war ja ein schleichender Prozess. Und das Herausfinden ist auch notwendig, damit das eigene Kind seinen eigenen Weg finden kann.

Ich glaube auch nicht, dass ein Klinik-Aufenthalt "die Lösung" ist, jedenfalls nicht mehr. Allenfalls ein Anfang, um sich der Thematik überhaupt erst mal zu stellen. Aber auch diese Erkenntnis muss einem erst einmal kommen. Und wenn ein Kind nicht mehr alltags-fähig ist, wie es so schön heißt, was genau soll man denn machen? Als Elternteil ist man als Therapeut nun wirklich nicht geeignet. Und sollte eine Schulverweigerung hinzukommen, hat man auch Ruck Zuck noch das Jugendamt "auf dem Hals". Und die bestehen immer auf einem stationären Aufenthalt. Inklusive des Teilentzugs des Sorgerechts, wenn man als Eltern so einen Aufenthalt dauerhaft ablehnt.

Alles nicht so einfach. Und da finde ich, ist man dankbar für jede Hilfe, die man kriegen kann. Auch und gerade als Angehöriger.

Nichts für Ungut

Rena

Sommerwiese

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8

Samstag, 25. Mai 2013, 11:33

.... daß du dich als Mutter überaus stark für deine (jetzt wohl 17jährige) Tochter stark machst und für sie sehr viel organisierst und regelst. Mir kommt dies - und bitte verzeih mir den Ausdruck - ziemlich "gluckenhaft" vor. Es entsteht dadurch zumindest bei mir der Eindruck, daß deine Tochter sich dadurch nicht ausreichend ausleben kann, wie es für ein Mädchen in ihrem Alter eigentlich normal wäre.


Meine Meinung dazu: was ist schon normal? Und ist das Normale automatisch das Richtige?
Ich finde es in Bezug auf die Krankheit von Materas Tochterr irrelevant, ob die Mutter nun angeblich "gluckenhaft" oder nicht ist. Soll Matera jetzt nach all den Mühen, Sorgen, Entbehrungen auch noch eine irgendwie geartete Mitschuld für die Erkrankung ihrer Tochter suchen bei sich suchen? Ich finde: nein.

Ich finde im Gegenteil, dass die Tochter froh sein kann, so eine Mutter zu haben, die sich engagiert, einsetzt, interessiert, die etwas regelt und mitdenkt!

Ich sehe darin nichts Übertriebenes oder Falsches.

Zitat

Es wäre doch auch einmal interessant, wenn sich deine Tochter hier im Forum einmal selbst äußern und ihre augenblicklichen Gefühle darstellen würde.


Vielleicht interessant,aber unnötig, denn die Tochter kann sich in der Klinik und danach in ihrer Therapie äußern. Ich finde es nicht sinnvoll, wenn Tochter und Mutter dasselbe Forum nutzen. Matera nutzt es, um sich mit anderen Angehörigen auszutauschen. Das ist doch sehr legitim.Wo sollte sie das sonst so anonym tun können?

Zitat

Glaubst du wirklich, daß sie durch diese lange Zeit des "Schonens" in einer Klinik wirklich den Durchbruch geschafft hat !?


In einer Klinik wird man mitnichten nur "geschont", vor allem nicht, wenn dort Therapien stattfinden, die ja auch Arbeit bedeuten. Lediglich das kümmern um den Alltagskram wie Kochen,Putzen,Einkaufen,Wäsche usw. fällt weg (fiel aber vorher ev. auch schon gering aus, da die Tochter ja noch zuhause wohnt) und der Tag wird strukturiert, aber das würde er durch den Schulbesuch ja auch.

Ich persönlich hätte es auch besser gefunden, wenn die Entlassung nicht zu Beginn der Ferien,sondern eher gegen Ende der Ferien, vielleicht 1-2 Wochen vor Schulbeginn stattfinden würde.

Maredo

Sommerwiese

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9

Samstag, 25. Mai 2013, 11:50

Zitat

dass der "Detailgrad" mit dem hier über das eigene Kind in aller Öffentlichkeit geschrieben wird, schon arg grenzwertig ist. M.E. besteht hier eher die Gefahr, das ein ohnehin schon angespanntes Verhältnis noch schlechter wird.


@40plus,

Kannst du Beispiele anführen, wo der Detailgrad deiner Meinung nach grenzwertig sein soll?
Matera hat keinerlei persönliche Details über ihre Tochter geschrieben, wir wissen nur ihr Alter, was sie mit Millionen anderer Teenies teilt.
Und nirgends las ich irgendwo, dass ein "ohnehin schon angespanntes Verhältnis" besteht!

Btw: Ich verstehe den Sinn deiner Beiträge sowieso nicht. Von den 7, die Du verfasst hast, drehte sich kein einziger um deine eigene Problematik, mehrere bestanden nur aus unverständlichen Smilies oder Kommentaren wie "rülps" oder einem persönlichen Angriff, weil jemand deiner Meinung nach zuviel geschrieben hat. Einmal hast du dich zu noch zu einem technischen Problem geäußert.
Insofern kann ich deinen Kommentar hier nicht so ernst nehmen wie die von Anderen.

Grüße
Sommerwiese

girasol1991

unregistriert

10

Samstag, 25. Mai 2013, 17:23

Grenzwertig - nun das ist doch komplette Auslegungssache! Ich persönlich finde nichts von alle dem zu offen, wenn ich mir anschaue, was manche Leute online stellen auf sozialen Netzwerkseiten wie Facebook, da ist das hier doch harmlos. Natürlich ist es für die Tochter vielleicht nicht super, zu wissen, dass die Mutter 'offen' über deren Geschichte erzählt - allerdings ist das doch hier alles schon sehr anonym...Es könnte ja auch alles ausgedacht sein ;-) Vielleicht ist matera ja auch gar nicht die Mutter, sondern die Betroffene selbst - oder oder oder. Mal nur spekaulativ gesehen!



Ich glaube, Angsthase, spricht einen sehr wichtigen Punkt an, was das loslassen anbelangt. Aber das ist unglaublich schwierig, so eine unglaubliche Gratwanderung, ich denke mir auch, mein Vater müsste mich viel mehr loslassen, aber er hat seine Gründe und die meisten von uns handeln doch so wie sie handeln, weil sie Angst haben Fehler zu machen. Die Frage ist, wie schafft man das Loslassen angemessen? Man will das Kind ja auch nicht komplett alleine da stehen lassen?

Ich denke außerdem, dass ein Klinikaufenthalt der Anfang ist und danach dann die ambulante Therapie weitergehen muss, ob das nun ein schonen ist oder icht in der Klinik - das will ich gar nicht beurteilen, mir persönlich hat es enorm geholfen um stabiler zu werden, aber die ambulante Therapie hat das meiste wirklich hinsichtlich des Zwanges verändert. Ich denke, dass ist da schon sehr individuell und man muss schauen, dass man immer weiter an sich arbeitet!

11

Samstag, 25. Mai 2013, 19:13

hallo leute,
erstaunlich, was manchmal so passiert: ich wollte eigentlich nur mal wieder unsere aktuelle situaion beschreiben.
und schwupps hat sich daraus eine diskussion über gluckenhafte mütter, indiskretionen und zweifelhafte klinikaufenthalte entwickelt.
da ich ja die adressatin dieser gedankengänge bin, möchte ich auch darauf eingehen:
1) glucke.
stimmt genau, loslassen ist eine gratwanderung. schon bei "normalen" teenagern fällt es den eltern nicht immer leicht, die richtige balance zwischen laufen-lassen und einschreiten zu finden.
meine tochter ist seit drei jahren krank. das heißt, sie hat 3 jahre normale teenie-entwicklung nicht mitgemacht, hat sich sogar, auch nach aussage ihrer therapeuten, in der anfangszeit sogar noch zurückentwickelt bezw. sich in eine nicht altersgamäße kindlichkeit geflüchtet. ganz langsam hat sie da nun wieder boden gut gemacht; das heißt aber noch lange nicht, daß sie sich in allem schon altersgemäß verhalten würde. und im übrigen sicher nicht deshalb, weil ich ihr das durch meine dominanz unmöglich machen würde: erstens sehen wir uns seit monaten kaum; die meiste zeit verbringt sie ja in der klinik.
zweitens bin ich ja nur 50% ihrer eltern; den vater gibt es auch und er hat genausoviel kontakt zu ihr wie ich.
sicher neigt man als angehöriger eines kranken menschen dazu, demjenigen vielleicht zuviel abnehmen oder zuwenig zutrauen zu wollen. da muß man sich immer wieder überprüfen. ich denke, das tue ich auch.
noch zum forum: meine tochter weiß, daß ich hier schreibe. und sie fand das von anfang an gut(weil es mir eine erleichterung ist).
selbst wollte sie nie schreiben, weder hier noch in einem anderen forum. wobei sie sehr offen mit ihrer krankheit umgeht und keine probleme hat, darüber zu reden und was zu erklären. was ihr immer gefehlt hat, waren gleichaltrige betroffene, die sie hätte persönlich kennenlernen können. in ihrer derzeitigen klinik gibts da leider niemanden. ein forum schien ihr da kein ersatz.

2) indiskretion.
meine tochter weiß auch, was ich hier schreibe bezw. über welche details ihrer krankheit.
und ja, natürlich gibt es da auch details, die ich niemals erwähnen würde, weil ich weiß, daß ihr das total peinlich wäre und ich das natürlich respektiere. man muß nicht alles breittreten. aber man sollte auch nicht zu sehr hinter dem berg halten. denn das hat dann u.u. zweierlei negative auswirkungen:
erstens kann man dann so einen forenkontakt auch gleich sein lassen, denn ein solcher austausch lebt ja überwiegend davon, daß man leute in ähnlicher lage findet, die einem raten können, weil sie das alles auch kennen. wir sind hier, weil wir hier unter mitbetroffenen sind und frei reden können(und wollen).
zweitens geht mir dieser schamvolle umgang mit der psychischen erkrankung als solche schon wieder zu sehr in die richtung: wir genieren uns dewegen und reden deshalb möglichst nur andeutungsweise darüber.
meine tochter selbst schämt sich(gottseidank) nicht (mehr) ihrer krankheit und deren auswirkungen. und alles, worüber ich hier geschrieben habe, thematisiert sie selbst und es spielt sich überdies auch in aller öffentlichkeit ab. sie verschweigt es nicht( und kann es auch gar nicht). ich verschweige es nicht (und will es auch nicht.)
was sich NICHT in der öffentlichkeit abspielt bezw. sehr intim wird, ist hier auch kein thema.
3) klinik.
wer nicht völlig blauäugig ist, der weiß, daß ein klinikufenthalt kein wunder-oder allheilmittel ist. der weiß, daß ein solcher "elfenbeinturm" zur falle werden kann, wenn man zu lange dort verweilt, sich darin zu häuslich einrichtet, zu sehr vergißt, was das leben "draußen" bedeutet. und der weiß natürlich auch, daß ein solcher aufenthalt nur ein erster, leider oft verzweifelter und verhaßter, aber leider notwendiger schritt ist auf einem langen weg in eine individuelle normalität.
hätte meine tochter vor 7 monaten nicht vor lauter zwängen nichts mehr essen können, sie wäre nicht wieder in die klinik gekommen. daß sie wieder lernt, für sich und ihr wohlergehen die notwendige verantwortung zu übernehmen, das wünschen wir ihr von ganzem herzen.
daß das aber nicht ganz so schnell geht in einer solchen situation, daß es dazu elterliche unterstützung braucht, einfühlung und geduld(von beiden seiten), das ist meine überzeugung.
heute kann meine tochter übrigens schon mal sagen, was sie von mir NICHT will. bevor sie krank wurde, konnte sie das auch. dann lange nicht mehr. ich finde, das ist ein guter schritt auf dem richtigen weg.
in diesem sinne, liebe grüße,
katja

12

Sonntag, 26. Mai 2013, 17:53

Hallo Katja,

schön von Euch zu hören. Ich kann gut verstehen, dass Du aufgeregt bist, wenn deine Tochter nach hause kommt. Sagen können was man will bzw. nicht will ist soooo wichtig. Mein Sohn kann das auch nicht oder zumindest nicht gut.

Sonst geht es uns eigentlich ganz gut. Die guten Tage sind immer stärker da. Im Moment macht er eine Hypnosetherapie, er hat vor ca 4 Wochen damit begonnen und findet das ganz gut. Es ist eine gewisse Anzahl an Sitzungen geplant und dann werden wir sehen. Medikamente nimmt er garnicht mehr. Wir hatten ein Gespräch zusammen mit ihm mit seiner Therapeutin, dass war für uns sehr hilfreich. In manchen Situationen wünscht sie sich von uns ein anderes Verhalten seinem Zwang gegenüber. Manchmal unterstützen wir den Zwang mehr als uns bewußt ist. Es gab einige Aha-Effekte für mich. Loslassen gehört bestimmt auch dazu ;-))

In der Schule läuft es auch einigermaßen. Er ist nachwievor sehr introvertiert und zu ruhig, aber die Lehrer haben mir alle bestätigt das er sich wieder viel stärker bemüht und ein Aufwärtstrend zu sehen ist:-)) Er bemüht sich, seine Hände normal zu benutzen und nicht ständig "Verschutzungen" zu vermeiden. Wenn er das Bad mal flutet, versuche ich gelassen zu bleiben (...auch wenns schwerfällt...)

Wir sind vom normalen Leben noch weit entfernt und wissen oft auch nicht ob wir da nochmal hinkommen, aber verglichen mit letztem Sommer geht es und richtig gut:-). Ich hoffe er stabilisiert sich weiterhin, in 4 Monaten steht die Oberstufenfahrt an. Er will natürlich fahren und mittlerweile glauben wir auch, das er das schaffen wird.

Aber das tückische an der Krankheit ist das man sich nie sicher sein kann.

Also tapfer weitermachen!!! :thumbsup:

Gruß Abby

13

Montag, 27. Mai 2013, 11:58

hallo abby,
ganz liebe grüße an euch; ich drück euch ganz fest die daumen, daß der aufwärtstrend bleibt! wir werdens schon hinkriegen, alle miteinander!
katja

girasol1991

unregistriert

14

Montag, 27. Mai 2013, 15:24

[...] meine tochter selbst schämt sich(gottseidank) nicht (mehr) ihrer krankheit und deren auswirkungen. und alles, worüber ich hier geschrieben habe, thematisiert sie selbst und es spielt sich überdies auch in aller öffentlichkeit ab. sie verschweigt es nicht( und kann es auch gar nicht). ich verschweige es nicht (und will es auch nicht.)
[...] heute kann meine tochter übrigens schon mal sagen, was sie von mir NICHT will. bevor sie krank wurde, konnte sie das auch. dann lange nicht mehr. ich finde, das ist ein guter schritt auf dem richtigen weg.
beides sehr wichtige Punkte, die ich selber als zwangskranke jugendliche auch lange lernen musste und immer noch am erlernen bin, sowas dauert einfach und ich finde auf jeden fall, dass es sehr gut ist!!!!
[...] wobei sie sehr offen mit ihrer krankheit umgeht und keine probleme hat, darüber zu reden und was zu erklären. was ihr immer gefehlt hat, waren gleichaltrige betroffene, die sie hätte persönlich kennenlernen können. in ihrer derzeitigen klinik gibts da leider niemanden. ein forum schien ihr da kein ersatz.

hat deine tochter mal an eine selbsthilfegruppe gedacht? ich weiß nicht wo genau ihr wohnt etc., aber es gibt ja überall selbsthilfegruppen, nicht immer zwangsspezifisch, aber wäre mal eine möglichkeit dort nachzufragen und vllt findet sich dort dann auch jemand in ihrem alter? ich verstehe ihren wunsch gleichaltrig betroffene kennenzulernen!


Und was ich so noch mit auf den Weg geben möchte an alle ist einfach, dass es immer Hochs und Tiefs geben wird, ich habe immer mal wieder nen Einbruch, denke nichts geht mehr, aber das geht dann auch wieder weg (und das obowhl ich meine Medis nun auf einer sehr geringen Dosis nehme, die nicht mehr gegen Zwänge wirkt). Das ist einfach eine Erfahrung, die mir in schlimmen Zeiten hilft nicht aufzugeben! Ich freue mich zu hören, dass es bei einigen von euch bergauf geht, genießt die Zeit und manchmal sollte man nicht an morgen denken - wirklich ändern kann man das ja eh nicht oder?

Kathrin

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15

Dienstag, 28. Mai 2013, 12:06

Ich kann Angsthase schon verstehen. Denn ich lese hier ja auch schon lange mit, und mein Eindruck ist auch immer, dass matera extrem ihre Tochter verändern will.
Ich denke schon lange dass dies nciht förderlich ist. Dieses Hier noch was und das muss auch und da noch was und machen und tun. Für mich ist es nicht das Gluckenhafte und Loslassen, sondern ich hab den Eindruck, dass die Tochter nicht "einfach mal sein darf" könnte dazuführen, dass sie Zwänge hat.Immer Druck und Leistung bringen zu müssen, zu entsprechen müssen, das kann nie und nimmer Wertgefühl auslösen. Engagement ist gut, aber zuviel kann das Gegenteil auslösen "so wie ich bin, bin ich ja anscheinend total unliebenswürdig, unerwünscht"...
und je mehr sie versucht, sich anzupassen, um geliebt zu werden, desto weniger weiss sie noch wer sie eigentlich ist. Dabei nimmt der Zwang dann die Form einer "Kontrolle über sich selbst und wenns so und so läuft weiss ich immerhin noch was sich wenigstens von innendrin gut anfühlt" ein.

Sommerwiese

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16

Donnerstag, 30. Mai 2013, 21:00

Hallo Kathrin,

Zitat

dass die Tochter nicht "einfach mal sein darf" könnte dazuführen, dass sie Zwänge hat.Immer Druck und Leistung bringen zu müssen, zu entsprechen müssen, das kann nie und nimmer Wertgefühl auslösen. Engagement ist gut, aber zuviel kann das Gegenteil auslösen "so wie ich bin, bin ich ja anscheinend total unliebenswürdig, unerwünscht"...
und je mehr sie versucht, sich anzupassen, um geliebt zu werden, desto weniger weiss sie noch wer sie eigentlich ist. Dabei nimmt der Zwang dann die Form einer "Kontrolle über sich selbst und wenns so und so läuft weiss ich immerhin noch was sich wenigstens von innendrin gut anfühlt" ein./quote]

Also ich finde solche Dinge nicht in Materas Postings!
Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass Matera sich wirklich sehr für ihre Tochter einsetzt und dieses eher uneigennützig tut anstatt sie noch ihren Vorstellungen formen zu wollen.
Davon abgesehen ist die Theorie, dass Erziehungsfehler für die Zwangserkrankung verantwortlich sind, sehr umstritten.
Last but least geht das Ganze ziemlich vom Thema ab (nicht Deine Schuld, denn Du bist ja nicht damit angefangen, Materas Erziehungsstil zu diskutieren ;) ), sondern es ging doch lediglich um die Überlegung, ob eine Klinikentlassung zu Beginn der Sommerferien sinnvoll ist und um die Bedenken, die Matera dazu hatte.

Viele Grüße
Sommerwiese

P.S.
Ich freue mich ansonsten aber, wieder von Dir zu lesen, habe Deine Beiträge schon vermisst, weil ich momentan selber wieder sehr unter meinen Zwängen leide und es dann immer eine Erleichterung ist von jemandem zu lesen, dem es ähnlich geht.

Spurensucher

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17

Sonntag, 7. Juli 2013, 14:05

liebe matera-katja,

ich gehe hier völlig mit sommerwiese konform!
ich habe in keinster weise das gefühl, dass du "überbemutterst" oder deine tochter verändern willst.
ganz im gegenteil. du willst sie auf ihren eigenen weg bringen, der einen langen abnabelungsprozeß mit sich zieht, eingebunden in die zwänge (die wiederum ja auch nach sicherheit verlangen). von dem her kann ich offen und ehrlich sagen: du machst das richtige!
lass dich nicht beirren. geh deinen weg weiter. denk auch an dich und verliere deine tochter trotzdem nicht aus den augen.

inzwischen ist sie ja wieder zuhause. wie geht es euch, katja?
wie sehr - und ich welche richtung - hat der klinikaufenthalt sie verändert?

bei uns hat sich auch einiges getan. ich muss mal sehen, ob ich meinen eigenen thread wiederfinde, dann schreibe ich dort noch was.

ganz liebe grüße an dich,
petra
Nur wer loslässt, hat beide Hände frei

18

Donnerstag, 22. August 2013, 18:13

hallo petra,
nach langer abstinenz mal wieder was von uns. danke für deinen zuspruch!
meiner tochter gehts im moment recht gut; die klippe "sommerferien"(sie wurde ja direkt am anfang der ferien entlassen) hat sie gut gemeistert: sie hat sich noch von der klinik aus einen praktikumsplatz bei einem kindertheater gesucht, damit sie was zu tun hat und nicht vor lauter langeweile und alleinsein wieder ins "zwangsloch" fällt.
klar gab es trotzdem einige probleme mit dem wieder-eingewöhnen zuhause; acht monate sind halt eine lange zeit!
unter der woche ist sie jetzt immer bei ihrem vater, am wochenende(freitag bis montag morgen) bei mir; das hat sie selbst so entschieden. vor drei wochen hat die schule nun wieder angefangen; auch das wuppt sie bislang ohne größere probleme.
ich sag mal so: die zwänge sind nicht weg, aber sie sind beherrschbarer geworden für sie.
sie ist kein opfer ihrer zwänge mehr, sondern handelnder mensch, der den zwängen noch platz einräumt, ohne sich aber von ihnen dominieren geschweige denn das leben vollständig verbiegen zu lassen.
sie hatte das glück, übergangslos vom krankenhaus in die ambulante therapie zu wechseln. und sie kommt sehr gut mit ihrer therapeutin klar. medis nimmt sie unverändert; es ist auch wohl noch lange nicht der zeitpunkt, über eine reduktion oder sonstige veränderung diesbezüglich nachzudenken. solange sie sie verträgt und sie ihr helfen, überwacht sie ihr psychiatern und das wars.

wollen hoffen, daß die entwicklung so erst mal stabil bleibt; jetzt ist es an der zeit, daß ICH mal was für mich tue; ich bin seit monaten nicht recht auf dem damm, kennt man ja, daß man erst dann krank wird, wenn die anspannung nachläßt!
ich werd mal sehen, ob ich deinen thread finde; möchte auch gerne wissen, wie es bei euch weitergegangen ist!
liebe grüße, katja

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