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Freitag, 9. September 2016, 12:22

Einbildung, Ilussionen oder Wirklichkeit?

Hallo,

ich hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen, ich möchte hier meine Geschichte erzählen.
Ich hoffe ich bekomme von euch ein paar Tipps/Anregungen zu meiner Leidensgeschichte. Ich bin schon froh,
wenn ich einfach mit ein paar von euch mein Leid teilen kann und somit neuen Mut schöpfen kann.

Ich hab nun seit ca. 1-2 Monate einen immer stärker werdenden Waschzwang.
Ich bin seit einigen Jahren schon psychisch angeschlagen und habe immer wieder mit Zwänge, Zwangsgedanken,
Ängste usw. zu kämpfen. Momentan beobachte ich bei mir Dinge, die ich nicht verstehen kann bzw. mich wütend/traurig machen.
Es ist so, dass ich einen extremen Ekel vor Körperausscheidungen insbesondere vor Kot verspüre. Ebenso habe ich einen Ekel vor jeglichen Schmutz/Dreck.
Ich habe aber keine Angst vor Bakterien, die Krankheiten auslösen könnten, bei mir ist es nur der Ekel einfach davor..
Aufgrund diesem Ekel, wasche ich sehr häufig mit Hände, dusche mich länger wie normal usw. Jetzt aber mal von diesem zu häufigem Händewaschen und so weiter abgesehen,
habe ich noch ein weiteres Problem. Ich erzähle nun einfach mal ein paar Beispiele… Letztens hatte ich morgens mein Gesicht gewaschen, anschließend abgetrocknet. Als ich mein Gesicht danach eincremen wollte, bemerkte ich dass ich zwischen Nase und Mund noch nass war, konnte mir aber nicht erklären warum, da ich mich ja abgetrocknet hatte. Ich habe danach den ganzen Tag Angstgefühle,
dass mein Gesicht dreckig ist, da ich diese „Nässe“ nicht erklären konnte und befürchtete, dass es nicht nur Wasser sondern irgendwas anderes sein hätte können. Logisch gesehen, war es vermutlich so,
dass ich einfach diese Stelle im Gesicht vergessen hatte abzutrocknen. Konnte mich aber mit diesem Gedanken nicht beruhigen, da ich einfach zu unsicher war.
Dann z.B. hatte ich erst neulich meine Hände gewaschen, danach war ich mir einfach nicht mehr sicher, ob ich meine Hände wirklich gewaschen habe? Wie kann man nur so „Bescheuert“ Sein?
Danach habe ich natürlich wieder meine Hände gewaschen um auf Nummer Sicher zu gehen.
Oder z.B. saß ich erst heulend auf der Couch und hatte einige Papiertaschentücher verweint. Danach war ich mir nicht mehr sicher, ob ich mit einem Taschentuch davon versehentlich mein Poloch berührt habe,
und nun alles um mich dreckig ist (mit Kot) und ich daher wieder meine Hände waschen muss.
Oder z.B. ich trockne mich nach Duschen ab und habe plötzlich das Gefühl dreckig zu sein, da ich mich mit den Händen beim Po trocknen versehentlich mein Poloch berührt haben könnte.
In diesem Moment bin ich mir SICHER dass ich es auch wirklich getan habe, und dann fangen wieder die Zwangsrituale an…
Oder z.B. stieg ich erst aus dem Auto und hatte beim Tür öffnen das Gefühl, irgendwas „Komische“ angefasst zu haben, dass dreckig sein könnte.
Oder ich wasche mir meine Hände und habe währenddessen das Gefühl zwischen den Händen Sandkörner zu spüren, die dreckig sein könnten…
Die Folgen ist immer, dass ich mir danach meine Hände waschen. Ich weiß nicht ob ich mir die Dinge einbilde oder Wirklichkeit waren? Kennt das jemand von euch?
Mich macht das echt verrückt, da ich nicht mehr Herr meiner Sinne bin. Ich bin in diesen Momenten wirklich immer zu 100 % überzeugt, diese Dinge gemacht zu haben.
Oder aber ich weiß es einfach nicht mehr!!! Ob ich die Dinge, wovor ich mich ekelte, nun gemacht habe oder nicht, kann ich in der Situation und auch später nicht mehr mit JA oder NEIN beantworten. Sind dass Illusionen oder schon eine Form von Demenz?
Meine Hände wasche ich meist aufgrund diesen Situationen, die ich mehr entweder einbilde oder Tatsache waren…

Hat von euch jemand auch solche Probleme? Ich bin seeeehr verzweifelt und hoffe es versteht mich jemand…

Danke schon mal.

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Sonntag, 11. September 2016, 16:46

Der Zwang ist mit Zweifeln verbunden. Wenn sich eine gewisse Routine eingestellt hat, dauert es nicht mehr lang bis Zweifel daran entstehen. Der Zwang will immer mehr...

karinreicher

Anfänger

  • »karinreicher« ist weiblich

Beiträge: 16

Zwangssymptome: Putzzwang, Waschzwang, Zwangsgedanken, Dermotillomanie

Medikament / Dosis: Mutan 60mg, Mirtazapin Actavis 15mg, Seroquel 25mg

Aktueller Therapie-Status: Ambulante Therapie

Status: Betroffene/r

Wohnort: Österreich

Beruf: Schüler

Hobbys: Musizieren, Komponieren, Bücher lesen

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Mittwoch, 15. Februar 2017, 10:23

Therapie ansuchen

Ich habe mir deinen Beitrag gründlich durchgelesen und konnte feststellen, dass es meistens auch mir so geht.
Es handelt sich bei den meisten Dingen um wiederholte Zwangshandlungen. Dadurch ist es wichtig, dass Sie
psychologische Hilfe ansuchen. Denn ein Zwang besteht aus vielen kleinen Zweifeln die sich zu etwas großes
zusammensetzen.

Beim Waschen der Hände ist das ein klares Anzeichen von einem Zwangsverhalten. Aber auch die Angst davor,
etwas schmutziges im Gesicht zu haben deutet auf eine Angststörung hin.

Natürlich kann man das nicht von heute auf morgen behandeln. Aber ich würde Ihnen professionelle Hilfe

empfehlen. Ich bin sicher, Sie werden Ihren Zwang erfolgreich behandeln

GLG Karin Reicher

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