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Hope

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21

Montag, 19. Juni 2006, 21:35

Hallo Anna,

besser hätte es keiner schreiben können.

Ich kenne das auch ich wollte damals auch im Streit weggehen und mein Freund hat mich aufgehalten denn genau das wollte ich, irgendwann hat er es nicht mehr getan und ich stand blöd da, und so habe ich mich geändert und mache so etwas nicht mehr.

Gruß

Hope
Gruß

Hope


Frei nach Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“
http://www.youtube.com/watch?v=j8uefBUOfgA

22

Montag, 19. Juni 2006, 21:40

RE: Und wer hilft uns?

Hallo,

ich finde es super, dass du deiner Tochter gegenüber versuchst, den Zwang nicht an sie heranzulassen. Ich selbst hatte einen Klinikaufenthalt als meine Tochter 1 Jahr alt war. Mein Mann versteht auch nicht, wieso ich zwängle, aber er unterstützt mich wo er kann. Aber er versucht unsere Tochter von all dem fernzuhalten. Sie ist jetzt 9 Jahre alt und ich bin stolz, dass sie mir Paroli bietet, wenn ich übertriebenermaßen glaube, sie müsse duschen, Hände waschen etc. Mein Mann René ist eben der normal denkende Teil von uns. Ich habe eine Freundin, deren Tochter leider auch schon beginnt zu zwängeln.
Mach deiner Frau klar, dass das der einzig richtige Weg ist, eurem Kind den wahren Weg zu weisen.

tini

23

Mittwoch, 21. Juni 2006, 00:47

Hi Anonym,
ich bin zwar selbst auch manchmal schlecht drauf, aber im Gegensatz zu deiner Frau weiß ich, was mein Mann für mich tut, und dass er immer für mich da ist. Mein Gott habe ich ein Glück, dass ich ihm keine Vorwürfe mehr mache.
Es war nämlich vor einiger Zeit ähnlich wie bei euch. Mit Sicherheit nicht so schlimm. Ich habe René nie gedroht mich umzubringen, habe ihm nie gesagt, er solle gehen.
Naja, aber er hat es schon schwer. Ich versuche selbst sehr viel im Haushalt selbst zu tun, aber manchmal geht es mir so schlecht, dass ich das nicht alleine schaffe.
Ich habe auch mal geglaubt, René hat nicht ordentlich genug Hände gewaschen, hat er auch nichts auf den Boden fallen lassen, sind die Hausschuhe sauber???
Aber dies waren Phasen, in denen es mir echt beschissen ging. Toi, toi, toi gab es so etwas nicht mehr seit etwa 5 Jahren.

Ich wünsche Dir, das du deiner Frau begreiflich machen kannst, dass es so nicht weiter geht, denn sonst geht die Familie endgültig zu Grunde. Evtl. rate ich dir Hilfe in der Familie oder im Bekanntenkreis zu suchen (evtl. beste Freundin deiner Frau). Du brauchst Unterstützung, aber wichtig ist, dass sie selbst einsieht, dass es so nicht weitergehen kann. Schwierig!!!

Martina

24

Mittwoch, 21. Juni 2006, 19:45

RE: Anna

Hallo Anonym und alle anderen!
Ich war schon lange nicht mehr im Forum,weil wir umgezogen sind und das immer noch ein heiden chaos ist.habe gerade eure berichte gelesen.Ich dachte ich schreibe was mir heute pssiert ist.
War heute einkaufen zuerst arbeiten von 7-14 Uhr dann durch 4 Läden gerannt und noch getankt schweissgebadet kam ich nach Hause 2 Stock immer 2 Tüten die treppe raufgetragen mehr geht nicht da ich immer aufpassen muss das ich nirgens drann komme.Dann nimmt er die Tüten ab und räumt aus die ganze Zeit schimpft er und Flucht im Kühlschrank sei nicht genug platz ich habe zu viel Joghurt gekauft usw dann ist im noch der gute Schinken runtergefallen schade ich hätte ihn gerne gegessen .ich habe mich so augeregt über ihn.Ich habe doch die ganze Arbeit gehabt kann er nicht mal in ruhe die Sachen ausräumen??
Dann hat auch noch die nachbarin die Haustür zugemacht kann sie die Tür nicht mal 10 min. offenlassen bis ich vertig bin mit hochtragen.Sie hat doch gesehen das ich nicht vertig war .Er wollte natürlich wissen wie ich die Tür wieder aufgemacht habe ob ich den Schlüssel desinfizert habe?Das sagt er aber in einem giftigen Ton das ich mich furchtbar aufregen. Ich schreibe nächstes mal weiter muss jetzt aufhöhren .Ach noch was ich darf sowieso nur zum Arzt wenn danach der Autositz usw desinfiziert wirt,und ich 20 min bade incl desinfizieren der stellen die der Arzt evtl angefasst hat.ich reg mich jedesmal furchtbar auf und schreie rum.
Grüsse sofi

25

Donnerstag, 22. Juni 2006, 22:24

Hallo Anonym,

und ich dachte ich habs schlecht...
Alle Ratschläge hin oder her, versuch die ganze Sache auf das wesentliche herunterzubrechen. Im Moment ist nicht nur Eure Beziehung gefährdet (wenn die nich mal sowieso schon im Eimer ist), sondern wenn es (hab ich das richtig verstanden?) finanziell auch noch Bergab geht - also die Lebensgrundlage und nicht zu vergessen Eure Tochter. Die kann nämlich am wenigsten dafür, aber dass weist Du ja sicherlich selbst.
Du kannst natürlich gehen und alles hinter Dir lassen (Gott weis mir gehts manchmal ähnlich) aber die Vorstellung, meinen Sohn in den Fängen des Zwangs zu lassen macht mich ganz krank.
Nur so wie es bei Euch läuft geht es auf keinen Fall weiter.
Ich denke der Weg kann nicht einfach sein wegzugehen, vielmehr mußt Du dafür sorgen das mit Deiner Frau was passiert - schon Deiner Tochter wegen.
Ich weis das es auf gar keinen Fall einfach ist Hilfe zu bekommen, wie es manche hier kundtun. (Es sei denn man bringt mal eben n halbes bis ganzes Jahr Wartezeit beim Therapeuten mit). Aber es gibt die Landeskrankenhäuser und da Ihr verheiratet seid??? bist Du sehr wohl in der rechtlichen Lage für eine Zwangseinweisung zu sorgen, natürlich mit ärztlicher Rücksprache. Ich weis, ich weis Klappsmühlen und so... aber es geht ja nicht darum sie wegzuschließen und mit Drogen voll zu pumpen, sondern sie erst mal wieder auf den Boden zu holen und etwas Zeit zu gewinnen, um weitere Maßnahmen angehen zu können (Therapieplatz und ähnliches...). Und natürlich darum Dir und Deiner Tochter etwas Luft zu verschaffen.
Ich weis auch das die Landeskrankenhäuser nicht immer qualifiziert genug sind Zwangserkrankungen zu therapieren, aber es wäre vieleicht ein Anfang.

Und wenn Du es irgendwie dahin schaffen solltest, achtet bei der Therapeutenwahl darauf das der/die -jenige Erfahrung im Umgang mit Zwangskranken hat.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen: Das Landeskrankenhaus bei meiner Freundin war leider vor meiner Zeit und als ich dann hinzukam (so völlig ahnungslos von Zwängen und ähnlichem trara) ist sie leider wieder reingerutscht, aber zu der Zeit hatte sie sich auf jeden Fall wieder etwas gefangen und wenn sie damals einen Therapeuten mit Erfahrung gehabt hätte, wäre es vieleicht auch nicht wieder so schlimm geworden.
Jetzt haben wir eine (nach langer Suche) und es bessert sich merklich...

Als letzte Anlaufstelle würde vielleicht auch noch das Jugendamt helfen, die haben meist auch ne Stelle für psychische Probleme mit einigermaßen ausgebildeten Leuten. Und keine Angst die wollen nciht immer gleich das Kind ins Heim stecken, viel lieber sind denen einigermaßen geordnete Verhältnisse. Du bist ja immerhin noch der Vater und ein Kind kann auch bei diesem aufwachsen.
Oft kennen die auch noch Adressen oder Leute die weiterhelfen können.

Also ich kann Dir auch nur alles Gute wünschen und ne anständige Portion Kraft und wenn`s mal wieder arg schlimm ist denk an Dein Kind.

Gruß Nico

P.S.: Und wenn sie auch noch so kratzt, beißt, droht, heult, sich einschließt, mit Messern schmeißt oder was ihr sonst noch so einfällt, wenn Du noch die Kraft hast und das wirklich durchziehen willst, dann lass Dich nicht einschüchtern oder geh auf die Mitleidstour ein (die kenn ich...) - keine Gnade - sie muß da auch durch, ob sie will oder nicht, sonst gehen nämlich gleich drei Menschen vor die Hunde.

Hope

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26

Donnerstag, 22. Juni 2006, 23:17

Hallo Nico,

alles was Du geschrieben hast kann ich nur bestätigen, es bringt nichts Ihr hinterher zu laufen wenn man es nicht mehr macht wird Sie es begreifen sonnst wird es immer so weiter gehen ich spreche aus Erfahrung.


Gruß

Hope
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27

Dienstag, 27. Juni 2006, 11:47

Hallo liebe Freunde,

ich war jetzt mal ein paar Tage nicht hier. Momentan verziehe ich mich einfach in mein Zimmer und schaue fern. So bescheiden habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.

Aber vielen Dank für eure Beiträge. Besonders Anna hat es auf den Punkt gebracht!

Ich habe die letzten Tage nochmal versucht irgendwas zu verbessern. Nada!Nichts!Nothing!

Wir reden GAR NICHT mehr miteinander. Sie will nicht, egal was ich sage. Ich bin ja böse. Ich helfe ihr ja nicht. Ich bin ja ein schlechter Vater. Und und und....

Tja und dann kam letztens die tolle Frage von ihr:

Was muss ich noch tun, damit du verschwindest?

Tja, das wars dann wohl. ich mag nicht mehr, mir reichts wirklich. Seit heute stöbere ich schon in Scheidungsforen. Ich bereite mich langsam darauf vor.

Nur die Folgen gefallen mir überhaupt nicht. Nicht das eine Trennung/Scheidung nicht schon schlimm genug ist, nein meine Tochter ist dann auch mit meiner Frau alleine. Freunde hat sie ja fast keine und ihre Familie besteht aus der schwerkranken Schwiegermutter, die laut Therápeut nicht ganz unschuldig an den Zwängen ist.
Was wird aus meiner Tochter?
Mir gehen die Ideen aus, was ich tun soll.
Bitte erspart mir jetzt die Kommentare mit Zwangseinweisungen und Sorgerecht. Das bringt nichts.
Ihr glaubt gar nicht (Anna schon :-) ) wie schnell meine Frau unter Druck Schauspielern kann. keine 5 minuten und ICH würde mit ner Zwangsjacke abgeführt werden, da ich nen brutaler Schläger und Mörder wäre. Jahrelanges Training durch die Zwänge gepaart mit weiblicher Raffinesse. Da bin ich machtlos.

Tja, Nico hat es auf den Punkt gebracht. So geht es nicht weiter!
Leider machen alle anderen Sachen ausser Trennung keinen Sinn mehr. Ich weiss nicht ob ihre Zwänge nun der Grund für alles ist oder ob das alles auch so passiert wäre. Wahrscheinlich ein Mix aus allem.

Nur wisst ihr eins. Ich habe Jahrelang ebenfalls mit den Zwängen meiner Frau leben müssen, habe auch auf ein Stück Lebensqualität verzichtet und immer gehofft, das wir trotzdem ne kleine glückliche Familie werden die einigermassen normal Leben kann.
Nun ist alles im Eimer.
Und wisst ihr eigentlich was das verrückte an der ganze Sache ist?

Mal abgesehen von den Zwängen entsprechen wir dem üblichen Klischees.
Sandkastenliebe
zusammengezogen
verlobt
verheiratet
Kind
Haus

Ich könnte heulen, ich hätte mit ihr alles durchgestanden, aber so kann ich halt nicht mehr.

Ich halte euch weiter auf dem laufenden. Auch wenn es vielleicht jetzt mehr in Richtung Rosenkrieg geht. Aber einen Rosenkrieg mit einer Zwangskranken wird gemein. Ca. 2/3 meiner Klamoten liegen ja schon seit zwei Jahren verpackt in Müllsäcken im Keller, sind ja verseucht.

Soll ich euch was sagen?
Ich bin gestern mal seit über einem Jahr wieder in den Keller gegangen. Natürlich heimlich. Daher weiss ich das auch mit den Müllsäcken. Aber noch schlimmer ist, das im Waschkeller (ca. 3*4 m) bis auf einen schmalen Gang zur Waschmaschine ein ca. 1m hoher Teppich aus dreckiger Wäsche liegt. Sollte ich es wirklich mal schaffen auszuziehen, was passiert dann?
Ich gebe mal hier nen Tipp ab. Ich vermute meine Frau wird dann alle meine Klamotten im Müll entsorgen!

Dies wird ein langer und steiniger Weg. Denn wenn ich eins gelernt habe in der zeit: Lege dich nie mit einem Zwangskranken an! (selbstverständlich meine ich damit nicht alle!)

Gruss
Daniel

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Anonym« (27. Juni 2006, 11:52)


28

Dienstag, 27. Juni 2006, 15:04

Hallo Anonym !
das mit deiner Frau tut mir leit.Ich weis das wir dir nicht helfen können.Ich kann dir nur schreiben das es anderen fast genauso geht.
Für mich ist es ganz normal das mein mann es nicht schaft meine Wäsche zu waschen und ich darf die Wäsche nicht anfassen .For jahren hat er beim Umzug alles weggeworfen das Ärgert mich heute noch .Bei diesem Umzug habe ich gleich eine 6 kg Waschmaschine gekauft mit einer xxl öffnung.Und hoffe das er es ändlich schaft meine ganze Wäsche zu Waschen ich möchte doch nur einmal meinen Schrank voll haben und drin wühlen wie es alle ander Frauen auch machen.Ich habe immer nur eine Hose an und eine zum wechseln wenn ich glück habe ,das andere ist in Müllsäcken verpackt.
Er hat mir aber fest versprochen das er es mit der grossen Waschmaschine ändlich schaft alles zu waschen.
In meiner Ehe bin immer ich die jenige die von Scheidung redet und ausrastet .Aber ich weiss auch das ich ohne meinen mann eigendlich nicht leben will.
Also bis dann Sofi

29

Dienstag, 27. Juni 2006, 15:51

@Wolfi

Ihr hört mir zu!

Das ist mehr Hilfe als ich je hatte!
Ausserdem fühl ich mich durch "leidensgenossen" nicht so alleine.

gruss
Daniel

P.S.:
Mann, Mann, Mann, ich hole mir gerade Anregungen in anderen Foren zwecks Scheidung und so. Da kommt auch noch nen Brocken auf mich zu! Das deutsche Recht ist ja kaum zu fassen.......

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Anonym« (27. Juni 2006, 16:05)


30

Dienstag, 27. Juni 2006, 21:25

Hallo Daniel,

Scheidung hin oder her, aber ich muß es noch mal betonen: was ist mit Deiner Tochter?
Sie kann noch so schauspielern wie sie will, die zwangserkrankung und die daraus resultierende Belastung für die Familie ist ja wohl erkennbar.

Was sich, nebenbei gesagt, in einem Scheidungsverfahren auch nachweisen lässt.

Die Frage ist: Willst Du mit Deiner Tochter alleine leben??? Oder möchtest Du jetzt lieber ein ganz neues Leben beginnen, frei von allem???

Gruß Nico

31

Mittwoch, 28. Juni 2006, 07:15

Zitat

Original von Anonym

P.S.:
Mann, Mann, Mann, ich hole mir gerade Anregungen in anderen Foren zwecks Scheidung und so. Da kommt auch noch nen Brocken auf mich zu! Das deutsche Recht ist ja kaum zu fassen.......


Hallo Anonym,

Weshalb gleich Scheidung?
Wäre es nicht eine Möglichkeit, sich erst einmal eine Auszeit zu gönnen?
Wenn Du ausziehst, Dir eine eigene Wohung suchst und Ihr Euch erst einmal bsp. 6 Monate oder eine bestimmte Zeit trennt.

Das hätte den Vorteil, daß Ihr eine Chance habt, Euch voneinander zu "erholen" zu sehen, wie ist es ohne den anderen.
Deine Frau merkt vielleicht wenn sie alleine lebt mit der Tochter, daß Du es ernst meinst und sie hat die Chance, zu entdecken, daß sie ganz dringend Hilfe benötigt.

Manchmal merkt man so etwas erst, wenn der Partner es wirklich ernst meint.

Es ist auch verdammt schwer für einen Zwangskranken, sich einzugestehen, daß man krank ist. Hilfe benötigt, "Unperfekt" ist.
Und gerade, wenn man auf dem psychologischen Gebiet nicht sonderlich vertraut ist, denkt man dann, verrückt zu sein und bekommt eine wahnsinnige Angst davor. Eine extremes Schamgefühl und Schuldgefühl kommt noch hinzu

Dann ist es wesentlich leichter, die Schuld auf andere zu schieben, weshalb man sich "komisch" fühlt.

Ich denke, Hilfe ist erst dann möglich, wenn der "Kranke" merkt, daß er krank ist und sieht, daß er nicht verrückt ist, sondern lediglich an einer psychischen Erkrankung leidet. ( Für die meisten Laien ist das ein und dasselbe, obwohl es WELTEN sind, die diese Störungen trennen.)

Daher halte ich es immer für das beste, sich so gut es geht zu informieren und sich damit dann erst einmal den Druck zu nehmen, "nicht normal" zu sein.

Denn die Angst davor verrückt zu sein oder zu werden ist mit das furchtbarste was es gibt.
So schlimm, daß man es nicht einmal vor sich selber zugeben kann und erst recht nicht vor anderen.


Wenn sie jetzt erst einmal alleine ist, hat sie Möglichkeit, sich "freier" mit Ihrer Krankheit auseinanderzusetzen und überwindet so vielleicht leichter ihre Schamgefühle.

Du könntest ja, bevor Du ausziehst einfach einige Informationen in der Wohnung lassen.
Am besten ein Infoblatt der DGZ, ein Buch, in dem genau beschrieben wird, was Zwänge sind und vor allem, daß sie behandelbar sind und NIX mit Verrücktsein zu tun haben.

Dräng sie nicht, es zu lesen, lass es einfach dort.
Erwähne es nicht einmal.
Wenn sie alleine ist und sich "unbeobachtet" fühlt, beschäftigt sie sich vielleicht damit und macht so erst eineml endlich den ersten Schritt, sich selber zu helfen.
Und bekommt zudem noch das Gefühl, es selber zu tun. ( Auch sehr wichtig für das Selbstbewußtsein, "das Gefühl, ich habe doch noch eine Chance, mir selber zu helfen")

Mal wieder ein langer Text, aber ich hoffe, er hilft Dir etwas weiter.
Wenn Du Fragen hast, nur zu.

Viele Grüße von Ann

32

Mittwoch, 28. Juni 2006, 08:41

Hallo ihr Lieben,

@Ann
Scheidung war immer das letzte was ich wollte aber was soll ich tun?
Sie kennt ihre Zwänge ganz genau und war ja auch schon in Therapie, aber seit 5 Jahren habe ich nicht mal mehr einen Kuss bekommen und seit einem Jahr werde ich nur noch beschimpft. Eine Auszeit sagst du! Mmhh Und dann?
Ich weiss nicht, ob das noch was bringt. Mir fehlt auch die Kraft dazu. Soviele Jahre, irgendwann geht es nicht mehr!

@Nico
Tja Nico, da ist das Problem. Unsere Tochter liebt ihre Mamma abgöttisch. Ich bin voll Berufstätig, die nächsten Verwandten sind 50 km weg, wie soll ich mich um sie kümmern? Und ehrlich gesagt glaube ich nicht das meine Tochter es bei meiner Frau schlecht haben wird, generell befürchte ich halt nur das die Zwangshandlungen meiner Frau irgendwie auf unsere Tochter Einfluss nehmen.

Gruss
Daniel

Pit-2001

unregistriert

33

Mittwoch, 28. Juni 2006, 15:31

Hallo Ano

Hallo, habt ihr nicht in Wirklichkeit zwei Probleme?

Eines eines kranken Partners und eines einer kaputten Ehe?

Natürlch spielen die Dinge zusammen. Aber um klaren Kopf zu behalten, solltest du sie trennen. Es ist eben mal leidvoll, einen Behinderten in einer Ehe zu dulden.
Entweder man ist der Typ, der das schmeißt oder nicht.

Missverständnisse in Ehen gibt es heute viele. Entweder man ist der Typ, der Schluss macht oder man will die Ehe erhalten. Dann wäre es sinnvoll in eine Eheberatung zu gehen oder zum Therpeuten, hatte ich dir für den anderen Fall auch dringend geraten.

Das ist deine einzige Möglichkeit, wenn ich das alles so lese.

Wenn du allerdings der bist, der zu beidem nein sagt und klaren Kopfes die Trennung durchzieht, o.k. machen ja auch veile Leute. Dann kann man dir aber auch nciht mehr viel raten, oder was meinst du?

Ihhh irgendwie klingt das jetzt alles so hart, was ich schreibe, aber wie würdest du es schreiben?

Grüße von Pit

34

Mittwoch, 28. Juni 2006, 16:01

Ja Pit, es sind 2 Probleme. Ich habe das auch mal irgendwo geschrieben, das ich nicht mehr weiss, was wofür verantwortlich ist.

Und das mit dem klaren Kopf ist so ne Sache :evil:

Naja, ich denke nun klarer und weiss, das sie nichts mehr für mich empfindet, unabhängig von den Zwängen und das wohl schon länger. Ich war wohl mehr der Seelentröster/Fussabtreter für die Zwänge.
Wobei mir das nichts ausgemacht hat, solange ich das Gefühl hatte, das sie mich doch noch irgendwie liebt.
Das ist das verrückte, ich hätte gemeinsam mit ihr weiter gegen die Zwänge gekämpft, aber ohne Gefühle gehts nimmer.

Wie dem auch sei, gestern hat sie ein telefonat von mir belauscht, in dem ich mit meiner Schwester gequatscht habe. Dort habe ich auch über die Zwänge von ihr gesprochen und das ich im Keller war.
Tja, was das für Folgen hat werde ich heute erfahren, da ich gestern nur nen Brief bekommen habe, indem sie mir nochmal darlegt, wie enttäuscht sie nun von mir ist und immer geglaubt hat, ich erzähle nix. Auch hat sie mich gleich wieder damit konfrontiert, das sie soviele Probleme hätte von denen ich nichts wüsste und das sie ja eigentlich nur mal ne Trennung auf Zeit wollte.

Naja, ich verstehe das ganze nicht so wirklich, werd emich aber heute Abend mit ihr zusammensetzen und versuchen zu reden.

Wobei ich wieder das Gefühl habe, dieser Brief ist wieder nur ne Hinhaltetaktik und sie versucht mir wieder Schuldgefühle zu verpassen.
Ich bereite mich zumindest weiter auf die Trennung vor.

Zitat

Dann kann man dir aber auch nciht mehr viel raten, oder was meinst du?

Was ich meine?
Es geht mir nicht nur um Tipps und Rat. Ihr redet mit MIR, ihr hört MIR zu. Zum ersten mal interessiert sich jemand für mich und nicht nur für meine Frau!

Gruss
Daniel

Pit-2001

unregistriert

35

Mittwoch, 28. Juni 2006, 23:18

Hallo Anonym

langsam, ganz langsam verstehe ich dich ein wenig besser.

Eines verstehe ich nicht, wieso ihr beide nicht zu einem Therapeuten geht, wie ich dir von Anfang an riet.

Ein Mensch, der beide versteht, das bräuchtet ihr. Sie muss sehen, fühlen, dass jemand auch auf deiner Seite sein kann und du kriegst mit, welches Verständnis sie braucht (nicht weil sie es sagt, sondern weil ein anderer mit ihr darüber spricht).

Ich will dir mal was von mir sagen, denn ich bin ja in dem Beispiel, in der Rolle deiner Frau.

Ich war immer zuvorkommend zu meiner Frau. Aber die Zwänge haben es geschafft, dass ich sie manchmal nicht mehr haben wollte. Es würde zu lange dauern, hier darauf einzugehen, wie die Zwänge so was schaffen, so was ungerechtes, wo doch sie die ist, die immer am meisten für mich tat. Aber sie schaffen es! Und wenn man da an der Oberfläche bleiben würde, dann wäre die Scheidung bald gemachte Sache. Man muss in die Tiefe gehen und sich offenbaren, bis auf die Knochen, um sich gegenseitig zu verstehen. Nur dieses Verstehen kann helfen, dass man sich wieder fängt.

Logischerweise können das nicht alle Menschen, die wenigsten, darum gibt es Therapeuten, die das gemeinsam mit euch durchführen können. Und deine Frau hat sicher ne ganze Menge auf Lager, was sie nicht mal selbst aussprechen kann, wie du schon andeutest, wo sie sich viell.l selbst nicht mehr versteht, geschweige es dir erzählen kann.

Von daher sehe ich doch wieder Hoffnung, wenn ich da durch wolltet. Aber ohne diesen Gang in die Tiefe, wird es wohl so kommen, wie du jetzt erwartest.

Ich bin ein bisschen hilflos, weil ich nicht weiß, ob du mich verstehst, meinte es aber gut.

Grüße von Pit

Nochmal, nciht alles, was deine Frau empfindet, ist auch so gemeint. Das Elend, was sie durchmacht könnte sie in eine Lage getrieben haben, dich nicht mehr zu wollen, obwohl sie das gar nicht wollte, glaube es mir, auch wenn ich jetzt nicht alles erkläre dazu. Sie braucht jemand, bei dem sie sich ausprechen kann, was sie viell. selbst nicht mal in Worte gekleidet hat bis jetzt, eigentlich dich, aber zumindest jemand, der es ehrlich mit euch meint und euch vor euch beiden beide versteht.

36

Freitag, 30. Juni 2006, 13:38

Hallo ihr Lieben,

etwas völlig unerwartetes ist eingetreten.
Meine Frau und ich haben miteinander geredet. Stundenlang und vernünftig! Ich fasse nur kurz das wichtigste zusammen.

Ich habe meine Frau mit der Scheidung konfrontiert. Nach stundenlangen Reden warum wieso und weshalb. Auf einmal schaut sich mich an wie seit Jahren nicht mehr, sagt mir das sie mich liebt und fällt in meine Arme und küsst mich!

Ihr könnt euch vorstellen wie perplex ixh war. Naja, ich liebe sie ja auch noch.

Nun wir haben beschlossen es nochmal zu versuchen. So richtig geredet warum sie nun so reagiert hat haben wir zwar noch nicht, aber es ist ein Anfang.

Sicher habe ich ein wenig Angst, das sie das alles nur gesagt hat, um mich wegen den Zwängen zu halten. Aber dieser Blick von ihr, der war echt.

Oder was meint ihr? Hält sie mich nur hin damit sie jemanden hat oder hat tatsächlich mein Scheidungswunsch den Knoten zum platzen gebracht?

Ich meine ich versuchs ja wieder mit ihr, ich werde ja sehen was passiert, aber es verwirrt doch ganz schön, erst Jahrelang nix und nur Hassgespräche und nun liegt sie in meinen Armen und küsst mich leidenschaftlich.

Ein immer noch glücklicher, aber verwirrter
Daniel

Pit-2001

unregistriert

37

Freitag, 30. Juni 2006, 16:27

Hallo anonym

Ist es nicht das, was ich dir vor deinem Beitrag schrieb?

Ich freue mich für dich und sie. Aber die Fragen, die du jetzt an uns stellst, die solltest du in weiteren Gesprächen mit ihr klären. Sag ihr doch, wie du dich gefreut hast und wie sehr du glaubst, dass sie ganz ganz viel auf dem Herzen haben muss, nach soviel Leiden und dass auch so viel zu erzählen hättest, und dass ihr nun zu einem Therapeuten geht oder euch gemeinsam Zeiten einräumt, um zu sprechen. #

Sag ihr, dass diese Gespräche weh tun werden, aber genau den gegenteiligen Zweck haben sollen, dass jeder aussprechen lernen soll, was er fühlt und dass man davon ausgeht, dass das nicht immer nur gutes ist. Sag ihr, dass ihr euch das normal aus Anstand viell. nciht sagen würdet, dass ihr aber ein therapeutisches Gespräch führen wollt, und euch in diesen alles sagen könnt, aber auch nicht ausflippt, sondern euch gegenseitig Therpeut seid.

Alles Gute Pit

38

Samstag, 1. Juli 2006, 15:02

Zitat

Original von Anonym

Oder was meint ihr? Hält sie mich nur hin damit sie jemanden hat oder hat tatsächlich mein Scheidungswunsch den Knoten zum platzen gebracht?




Ja.
Würd ich jetzt aus eigener Erfahrung sagen.
Eine deratige Drohung kann einen Zwängler tatsächlich "wachrütteln".

Und sehr gut finde ich, daß Du es vorher androhst.
Ich habe es leider zu spät erlebt.
Ich bekam keine Androhung sondern lediglich die Mitteilung, er könne nicht mehr und würde ausziehen.

Für mich wäre so eine Drohung auch wesentlich hilfreicher und effektiver gewesen, als seine ewige Verdrängung und nichts sagen und mich dann, ganz plötzlich vor vollendete Tatsachen zu stellen.
Ich hätte es sehr viel fairer gefunden, hätte er mir durch die Drohung die Chance zu geben noch etwas radikal zu ändern.


Insofern finde ich Dein Verhalten sehr sehr stark und fair.
So hat sie die Chance, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen und wirklich etwas dagegen zu tun.
Du hast sie wachgerüttelt, ihr einen Schock ( einen behebbaren) versetzt, der sie vielleicht auch endlich in die Lage bringt, wirklich an sich zu arbeiten.
Durch die Drohung hat sie auch ein sehr lohnenswertes Ziel wieder gesund werden zu wollen.

39

Mittwoch, 5. Juli 2006, 15:42

Hallo Daniel,

ich freue mich ebenfalls für Dich. Bleib jetzt aber auf jeden Fall am Ball, zu einfach ist es, wieder in alte Gewohnheiten zu fallen.

Aber ich denke Du schaffst es sensibel für Eure Situation zu bleiben.
Ich kann mich auch nur anderen Meinungen anschließen, sucht Euch, zusammen, professionelle Hilfe, damit das fröhliche Gefühl auch bleibt.

Gruß nico

Engelchen98

unregistriert

40

Donnerstag, 17. August 2006, 19:03

Zitat

Original von Anonym
Hallo ihr beiden!

@Anna

Na dann guten Hunger;-)

Zitat

Das sind die Tage, an denen er sich nicht gut fühlt, und er einfach jemanden braucht, an dem er Wut auslassen kann.


Da schreibst du etwas sehr passendes. Im Grunde hast du ja recht und ich kann sowas ja auch ertragen, aber es handelt sich in meiner jetzigen Situation nicht um Tage, sondern sie hat diesen Zustand immer. Ich bekomme sogar Ärger für Sachen, die in meiner Abwesenheit passieren, einfach so weil ja kein anderer da ist.

Zitat

Es hilft, wenn ich meinem Mann klare Bitten vortrage


Es freut mich wenn das bei dir klappt. Bei mir werden sämtliche Bitten einfach ignoriert oder sorgen für den nächsten Streit. ich denke ich werde in nächster Zeit mal ein paar Beispiele bringen, natürlich nur wenn ihr mich dann noch ertragen könnt.

@pit

Zitat

Klingt ja alles tragisch und schlimm


tja, so empfinde ich es ja auch zur Zeit, daher bin ich ja hierher gekommen.....

Zitat

Dann macht Regeln aus, was jeder freiwillig, gern ohne Klagen tun kann und wird und was nicht


Und was ist wenn man es dem anderen nicht recht machen kann?
Ich gebe zu, das ich auch ein paar Schwächen habe unter anderem bin ich nicht gerade Fleissig was Hausarbeit angeht. Aber es ist auch so, das Sachen die ich gerne mache und in denen ich Sinn sehe gerne machen würde.
Ich gebe dir mal ein Beispiel:

Müll
ist natürlich für meine Frau eine riesige Quelle von Bakterien und Viren. ich würde mich gerne um den Hausmüll kümmern. Morgens wenn ich rausgehe nehm ich den einfach mit, würde mir dann auch die Hände waschen. und einmal die Woche dann einfach den Mülleimer an die Strasse stellen. Selbstverständlich unter Einhaltung "normaler" hygienischer Bedingungen. ich wäre sogar bereit, nach dem wöchentlichen Mülleimer an die Strasse stellen zu duschen.
ABER NEIN.

Ich darf es nicht! Selbst wenn ich dieses Thema nur anspreche krieg ich einen auf den Deckel und stattdessen ersticken wir manchmal im Müll, so das es schon stinkt weil sie es zeitlich nicht geschafft hat den Müll rauszubringen (wegen den Waschritualen)

Also du siehst, ich versuche es ja!
Hinzu kommt, das meine Frau mir nicht mehr vertraut. Sie glaubt nicht, das ich mir die Hände ordentlich wasche, ja sie hört angeblich sogar, das ich keine Seife benutze und ähnliche Dinge.
Somit ist zumindest zur Zeit eine regelung fast unmöglich

Zitat

Also habt ihr doch noch eine Chance.


Ich weiss es nicht. Die Zwänge meiner Frau werden wieder stärker. Nach der Therapie letztes Jahr, die eibniges gebracht hat, hat meine Frau mit Sitzungen aufgehört. Sie muss sich einen neue Therapeuten suchen und ich habe ihr schon vor ewiger Zeit eine Liste mit allen aus der Umgebung besorgt, aber sie will nicht!
Und so wird es auch wieder schlimmer. Die Rituale nehmen wieder zu und die Einschränkungen im Leben ebenfalls und als i-Tüpfelchen kommt nun noch eine grosse Aggression mir gegenüber dazu. Sie sagt mir sogar, das sie mich hasst.

Ob das nun eine stressbedingte Reaktion ist oder nicht, das versuche ich ja gerade herauszufinden nur die Situation ist so zerfahren, das ich an sie nicht mehr herankomme. Sie redet einfach nicht mehr mit mir oder beschimpft mich. Wobei ich sagen muss, das beschimpfen geschieht meist nur in Zusammenhang mit den Zwängen. Aber wie finde ich heraus, was sie wirklich zur Zeit fühlt, wenn sie nicht mehr mit mir reden will? Jeder versuch endet in einem Fiasko und ich weiss nicht mehr wie.
Ich habe es ja sogar mit Erpressung versucht. Ich weiss das es sehr gemein einen Zwangskranken mit seinen Ängsten zu erpressen.

Aber wie kommt an jemanden heran, der mittlerweile vollkommen in seiner Welt lebt und man selbst als Störenfried angesehen wird?
ich komme mir mittlerweile vor, als wäre ich der virus, den meine Frau wegwaschen will......

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